Brehm Alfred Brehms Tierleben.
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Brehm, Alfred Edmund: Brehms Tierleben. Allgemeine Kunde des Tierreichs. Dritte, gänzlich neubearbeitete Aufl. Hrsg. von Prof.Dr.Pechuel-Loesche. 9.Band: Die Insekten, Tausendfüßler und Spinnen. Mit 287 Abbildungen im Text und 21 Tafeln von Emil Schmidt und Heinrich Morin. Bibliographisches Institut Dritte, gänzlich neubearbeitete Auflage 1892 Leipzig und Wien
XXXII/ 764S. Groß 8°
Halbleder Klammergehefteter, goldgeprägter, rotbrauner Halblederband mit Lederrückenschildern, Lederecken, Hartkarton in Lederoptik (sog. "Lederkarton"), marmorierten Buchschnitten und vier falschen Bünden, sogenannter Halbfranzband. Mit den wunderschönen Vierfarbdrucken. Die Einbandkanten berieben, die obere und untere Rückenkante mit kleinem Einriss, die Lederecken teils durchgerieben, Schnitte altersgemäß nachgedunkelt, die erste fünf Seiten leicht knittrig, auf der Tafel "Hirschkäfer und Heldbock" Reste des entfernten Transparenschutzpapiers, vereinzelt, wie bei diesen Farbtafeln häufig, Abklatsch des Bildmotivs auf das Transparentpapier bzw. die gegenüberliegende Textseite, ansonsten altersentsprechend rundum guter Zustand dieses schönen Buches. Gesetzt in Fraktur. Brehms Thierleben ist ein zoologisches Nachschlagewerk, durch das sein Verfasser Alfred Edmund Brehm (1829-1884) weltbekannt wurde. Alfred Brehm schrieb als freier Schriftsteller Aufsätze und Reiseberichte für populärwissenschaftliche Zeitschriften über zoologische Themen, die er ab 1863 auch in Form einzelner Lieferungen mit einem Umfang von jeweils etwa 48 Seiten beim Bibliographischen Institut veröffentlichte. Der Erfolg brachte ihm 1860 einen Vertrag für eine zehnbändige zoologische Enzyklopädie ein. Die Arbeit daran wurde durch Reisen nach Abessinien, Skandinavien und Sibirien unterbrochen, aber auch bereichert. Die ersten sechs Bände des Illustrirten Thierlebens erschienen 1863-1869 im Bibliographischen Institut (Hildburghausen) unter dem Verleger Herrmann Julius Meyer. Sie fanden in weiten Kreisen und im Bildungsbürgertum großen Anklang. Ab der zweiten Auflage (zehn Bände 1876-1879, neu gedruckt 1882-1887) hieß das Werk bereits Brehms Thierleben. Brehm selbst hatte die sechs Bände über die Wirbeltiere verfasst und einen der später erschienenen Bände. Das Werk machte den Autor weltweit bekannt und ist bis heute ein Begriff, auch wenn die Forschung inzwischen weit über Brehms Wissen hinaus gegangen ist. Die größte Veränderung in der zweiten Auflage waren wohl die neuen Illustrationen von Gustav Mützel (1839-1893) und Eduard Oscar Schmidt (Entomologe, 1823-1886), von denen Charles Darwin äußerte, sie seien die besten, die er je in einem Werk gesehen habe. Zur Beliebtheit der Thierleben-Bände trugen die Illustrationen erheblich bei, deren spezieller Stil von Robert Kretschmer (1818-1872) geprägt wurde und die zoologische Fachliteratur sehr beeinflusste. Unter den Illustratoren späterer Jahrgänge gelangte Friedrich Wilhelm Kuhnert (1865-1926) als "Löwen-Kuhnert" zu Bekanntheit. Die dritte Auflage folgte 1890-1893 und wurde vom Bibliographischen Institut Leipzig in mehrere Sprachen übersetzt und unter anderem von dem 1896 in St. Petersburg gegründeten Verlag Proswestschenie (Aufklärung) vertrieben . Neben den großen Ausgaben erschienenen auch Tafelwerke sowie Volks- und Schulausgaben (1868/70. 1873/74, 1879, 1883, 1892/93). Alfred Edmund Brehm (* 2. Februar 1829 in Unterrenthendorf, heute Renthendorf bei Neustadt an der Orla; 11. November 1884 in Renthendorf) war ein deutscher Zoologe und Schriftsteller. Sein Name wurde durch den Buchtitel Brehms Tierleben zu einem Synonym für populärwissenschaftliche zoologische Literatur. Brehm (Spitzname: Chalihl Effendi) wuchs in dem thüringischen Dörfchen Unterrenthendorf als Sohn des Pfarrers Christian Ludwig Brehm und dessen zweiter Ehefrau Bertha auf. Christian Ludwig Brehm machte sich als Ornithologe mit Veröffentlichungen und einer umfangreichen Sammlung ausgestopfter Vögel in der Fachwelt einen Namen. Über 9000 tote Vögel boten im Pfarrhaus einen Einblick in die europäische Vogelwelt. Die Forschungen des Vaters weckten zwar früh das Interesse Alfreds für die Zoologie, aber sein Berufswunsch war es, Architekt zu werden. Im Frühjahr 1844 kam Brehm zu einem Baumeister in Altenburg in die Lehre. Er erlernte bis September 1846 das Maurerhandwerk und absolvierte die Altenburger Kunst- und Handwerksschule. Ende 1846 ging er nach Dresden, um Architektur zu studieren, brach das Studium aber nach zwei Semestern ab, weil der zu seiner Zeit bekannte Vogelkundler Johann Wilhelm von Müller einen Begleiter für eine Afrika-Expedition suchte. Als Sekretär und Gehilfe des Barons von Müller brach Brehm am 31. Mai 1847 zu einer fünfjährigen Expedition auf, die ihn nach Ägypten, in den Sudan und auf die Sinai-Halbinsel führte; die wissenschaftliche Ausbeute war so bedeutsam, dass er im Alter von nur 20 Jahren mit der Mitgliedschaft der Akademie der Naturforscher (Leopoldina) ausgezeichnet wurde. Nach seiner Rückkehr begann er 1853 mit dem Studium der Naturwissenschaften an der Universität in Jena. Wie sein Bruder Reinhold wurde er bei dem Corps Saxonia Jena, einer Studentenverbindung aktiv; wegen seiner Forschungsreisen durch Nordafrika erhielt er von seinen Corpsbrüdern den respektvollen Spitznamen "Pharao". Nach nur vier Semestern schloss er sein Studium 1855 mit der Promotion ab. Mit seinem Bruder Reinhold begab er sich 1856 auf eine zweijährige Spanienreise. Danach ließ er sich in Leipzig als freier Schriftsteller nieder und schrieb zahlreiche populärwissenschaftliche Beiträge für die berühmte Zeitschrift Die Gartenlaube und andere Zeitschriften. Zwischendurch unternahm er 1860 eine Expedition nach Norwegen und Lappland. 1858 wurde Brehm durch die Empfehlung seines Freundes Hans Zille Freimaurer und gehörte der St.-Johannis-Freimaurerloge "Apollo" im Orient von Leipzig an, die ihn 1873 in den Meistergrad erhob. Im Mai 1861 heiratete Brehm seine Cousine Mathilde Reiz, mit der er fünf Kinder hatte. Seine Reiselust hielt ihn nicht lange zu Hause. So nahm er 1862 gerne eine Einladung des Herzogs Ernst II. von Sachsen-Coburg und Gotha an, ihn auf eine Reise nach Abessinien zu begleiten. Danach ging es noch mehrfach nach Afrika sowie nach Skandinavien und Sibirien. In den Jahren 1878 und 1879 unternahm er zwei Reisen nach Ungarn und Spanien auf Einladung von Kronprinz Rudolf von Österreich, der Hobby-Ornithologe war und Brehm bis zu dessen Tod freundschaftlich verbunden blieb. Seine Aufsätze und Reiseberichte aus der Tierwelt fanden großen Anklang in weiten Kreisen des Bildungsbürgertums, so dass der Verleger Herrmann Julius Meyer bei ihm ein großes vielbändiges Werk über das Tierreich für das Bibliographische Institut in Hildburghausen bestellte. Als Brehms Tierleben machte es ihn weltweit bekannt. Obwohl Brehm das Verhalten von Tieren aus heutiger Sicht fehlinterpretierte, ist sein Werk auch heute noch ein Begriff. Aus wissenschaftlicher Sicht gab es jedoch bereits in den 1860er-Jahren heftige Angriffe auf Brehm und seine Publikationen, vor allem von dem Eberswalder Zoologen und Forstwissenschaftler Bernard Altum. Sein Leben war mit schriftstellerischer Arbeit, Forschungs- und Vortragsreisen reichlich ausgefüllt. Von 1863 - 1866 leitete er den Hamburger zoologischen Garten; 1869 entstand nach seinen Ideen in Berlin Unter den Linden das Berliner Aquarium, welches er bis 1878 als Direktor leitete. Im Winter 1883/84 unternahm Brehm eine Vortragsreise in die USA. Kurz vor seiner Abfahrt erkrankten seine vier bei ihm wohnenden Kinder an Diphtherie. Brehm, der seit 1878 Witwer war, entschloss sich trotzdem zur Reise, da er das Geld für die sonst fällige Vertragsstrafe nicht aufbringen konnte. Ende Januar erreichte ihn dann die Nachricht vom Tod seines jüngsten Sohns. Zum seelischen Schmerz kam die Malaria, an der Alfred Brehm schon in jungen Jahren in Afrika gelitten hatte. Am 11. Mai 1884 kehrte er nach Berlin zurück. Um Ruhe zu finden, zog er im Juli wieder in seine Heimat nach Renthendorf, wo er am 11. November 1884 starb. Dort befindet sich die Brehm-Gedenkstätte. Ein Denkmal für Brehm, geschaffen vom Tiroler Bildhauer Norbert Pfretzschner, wurde in Altenburg aufgestellt.
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Brehm, Alfred Edmund: Brehms Tierleben. Allgemeine Kunde des Tierreichs. Dritte, gänzlich neubearbeitete Aufl. Hrsg. von Prof.Dr.Pechuel-Loesche. 10.Band: Die niederen Tiere. Mit 496 Abbildungen im Text, 16 Tafeln und 1 Karte von F.Etzold, R.Koch, G.Merculiano, H.Morin u.a. Bibliographisches Institut Dritte, gänzlich neubearbeitete Auflage 1893 Leipzig und Wien
XXVIII/ 716S. Groß 8°
Halbleder Klammergehefteter, goldgeprägter, rotbrauner Halblederband mit Lederrückenschildern, Lederecken, Hartkarton in Lederoptik (sog. "Lederkarton"), marmorierten Buchschnitten, Lesebändchen und vier falschen Bünden, sogenannter Halbfranzband. Mit den wunderschönen Vierfarbdrucken. Einband und Einbandkanten leicht berieben, kleine Fehlstelle am oberen Rücken, die Lederecken teilweise durchgerieben, Vorsätze leicht fleckig, wenige Seiten mit kleinem Randeinriss, vereinzelt, wie bei diesen Farbtafeln häufig, Abklatsch des Bildmotivs auf das Transparentpapier bzw. die gegenüberliegende Textseite, ansonsten altersentsprechend rundum guter Zustand dieses schönen Buches. Gesetzt in Fraktur. Brehms Thierleben ist ein zoologisches Nachschlagewerk, durch das sein Verfasser Alfred Edmund Brehm (1829-1884) weltbekannt wurde. Alfred Brehm schrieb als freier Schriftsteller Aufsätze und Reiseberichte für populärwissenschaftliche Zeitschriften über zoologische Themen, die er ab 1863 auch in Form einzelner Lieferungen mit einem Umfang von jeweils etwa 48 Seiten beim Bibliographischen Institut veröffentlichte. Der Erfolg brachte ihm 1860 einen Vertrag für eine zehnbändige zoologische Enzyklopädie ein. Die Arbeit daran wurde durch Reisen nach Abessinien, Skandinavien und Sibirien unterbrochen, aber auch bereichert. Die ersten sechs Bände des Illustrirten Thierlebens erschienen 1863-1869 im Bibliographischen Institut (Hildburghausen) unter dem Verleger Herrmann Julius Meyer. Sie fanden in weiten Kreisen und im Bildungsbürgertum großen Anklang. Ab der zweiten Auflage (zehn Bände 1876-1879, neu gedruckt 1882-1887) hieß das Werk bereits Brehms Thierleben. Brehm selbst hatte die sechs Bände über die Wirbeltiere verfasst und einen der später erschienenen Bände. Das Werk machte den Autor weltweit bekannt und ist bis heute ein Begriff, auch wenn die Forschung inzwischen weit über Brehms Wissen hinaus gegangen ist. Die größte Veränderung in der zweiten Auflage waren wohl die neuen Illustrationen von Gustav Mützel (1839-1893) und Eduard Oscar Schmidt (Entomologe, 1823-1886), von denen Charles Darwin äußerte, sie seien die besten, die er je in einem Werk gesehen habe. Zur Beliebtheit der Thierleben-Bände trugen die Illustrationen erheblich bei, deren spezieller Stil von Robert Kretschmer (1818-1872) geprägt wurde und die zoologische Fachliteratur sehr beeinflusste. Unter den Illustratoren späterer Jahrgänge gelangte Friedrich Wilhelm Kuhnert (1865-1926) als "Löwen-Kuhnert" zu Bekanntheit. Die dritte Auflage folgte 1890-1893 und wurde vom Bibliographischen Institut Leipzig in mehrere Sprachen übersetzt und unter anderem von dem 1896 in St. Petersburg gegründeten Verlag Proswestschenie (Aufklärung) vertrieben . Neben den großen Ausgaben erschienenen auch Tafelwerke sowie Volks- und Schulausgaben (1868/70. 1873/74, 1879, 1883, 1892/93). Alfred Edmund Brehm (* 2. Februar 1829 in Unterrenthendorf, heute Renthendorf bei Neustadt an der Orla; 11. November 1884 in Renthendorf) war ein deutscher Zoologe und Schriftsteller. Sein Name wurde durch den Buchtitel Brehms Tierleben zu einem Synonym für populärwissenschaftliche zoologische Literatur. Brehm (Spitzname: Chalihl Effendi) wuchs in dem thüringischen Dörfchen Unterrenthendorf als Sohn des Pfarrers Christian Ludwig Brehm und dessen zweiter Ehefrau Bertha auf. Christian Ludwig Brehm machte sich als Ornithologe mit Veröffentlichungen und einer umfangreichen Sammlung ausgestopfter Vögel in der Fachwelt einen Namen. Über 9000 tote Vögel boten im Pfarrhaus einen Einblick in die europäische Vogelwelt. Die Forschungen des Vaters weckten zwar früh das Interesse Alfreds für die Zoologie, aber sein Berufswunsch war es, Architekt zu werden. Im Frühjahr 1844 kam Brehm zu einem Baumeister in Altenburg in die Lehre. Er erlernte bis September 1846 das Maurerhandwerk und absolvierte die Altenburger Kunst- und Handwerksschule. Ende 1846 ging er nach Dresden, um Architektur zu studieren, brach das Studium aber nach zwei Semestern ab, weil der zu seiner Zeit bekannte Vogelkundler Johann Wilhelm von Müller einen Begleiter für eine Afrika-Expedition suchte. Als Sekretär und Gehilfe des Barons von Müller brach Brehm am 31. Mai 1847 zu einer fünfjährigen Expedition auf, die ihn nach Ägypten, in den Sudan und auf die Sinai-Halbinsel führte; die wissenschaftliche Ausbeute war so bedeutsam, dass er im Alter von nur 20 Jahren mit der Mitgliedschaft der Akademie der Naturforscher (Leopoldina) ausgezeichnet wurde. Nach seiner Rückkehr begann er 1853 mit dem Studium der Naturwissenschaften an der Universität in Jena. Wie sein Bruder Reinhold wurde er bei dem Corps Saxonia Jena, einer Studentenverbindung aktiv; wegen seiner Forschungsreisen durch Nordafrika erhielt er von seinen Corpsbrüdern den respektvollen Spitznamen "Pharao". Nach nur vier Semestern schloss er sein Studium 1855 mit der Promotion ab. Mit seinem Bruder Reinhold begab er sich 1856 auf eine zweijährige Spanienreise. Danach ließ er sich in Leipzig als freier Schriftsteller nieder und schrieb zahlreiche populärwissenschaftliche Beiträge für die berühmte Zeitschrift Die Gartenlaube und andere Zeitschriften. Zwischendurch unternahm er 1860 eine Expedition nach Norwegen und Lappland. 1858 wurde Brehm durch die Empfehlung seines Freundes Hans Zille Freimaurer und gehörte der St.-Johannis-Freimaurerloge "Apollo" im Orient von Leipzig an, die ihn 1873 in den Meistergrad erhob. Im Mai 1861 heiratete Brehm seine Cousine Mathilde Reiz, mit der er fünf Kinder hatte. Seine Reiselust hielt ihn nicht lange zu Hause. So nahm er 1862 gerne eine Einladung des Herzogs Ernst II. von Sachsen-Coburg und Gotha an, ihn auf eine Reise nach Abessinien zu begleiten. Danach ging es noch mehrfach nach Afrika sowie nach Skandinavien und Sibirien. In den Jahren 1878 und 1879 unternahm er zwei Reisen nach Ungarn und Spanien auf Einladung von Kronprinz Rudolf von Österreich, der Hobby-Ornithologe war und Brehm bis zu dessen Tod freundschaftlich verbunden blieb. Seine Aufsätze und Reiseberichte aus der Tierwelt fanden großen Anklang in weiten Kreisen des Bildungsbürgertums, so dass der Verleger Herrmann Julius Meyer bei ihm ein großes vielbändiges Werk über das Tierreich für das Bibliographische Institut in Hildburghausen bestellte. Als Brehms Tierleben machte es ihn weltweit bekannt. Obwohl Brehm das Verhalten von Tieren aus heutiger Sicht fehlinterpretierte, ist sein Werk auch heute noch ein Begriff. Aus wissenschaftlicher Sicht gab es jedoch bereits in den 1860er-Jahren heftige Angriffe auf Brehm und seine Publikationen, vor allem von dem Eberswalder Zoologen und Forstwissenschaftler Bernard Altum. Sein Leben war mit schriftstellerischer Arbeit, Forschungs- und Vortragsreisen reichlich ausgefüllt. Von 1863 - 1866 leitete er den Hamburger zoologischen Garten; 1869 entstand nach seinen Ideen in Berlin Unter den Linden das Berliner Aquarium, welches er bis 1878 als Direktor leitete. Im Winter 1883/84 unternahm Brehm eine Vortragsreise in die USA. Kurz vor seiner Abfahrt erkrankten seine vier bei ihm wohnenden Kinder an Diphtherie. Brehm, der seit 1878 Witwer war, entschloss sich trotzdem zur Reise, da er das Geld für die sonst fällige Vertragsstrafe nicht aufbringen konnte. Ende Januar erreichte ihn dann die Nachricht vom Tod seines jüngsten Sohns. Zum seelischen Schmerz kam die Malaria, an der Alfred Brehm schon in jungen Jahren in Afrika gelitten hatte. Am 11. Mai 1884 kehrte er nach Berlin zurück. Um Ruhe zu finden, zog er im Juli wieder in seine Heimat nach Renthendorf, wo er am 11. November 1884 starb. Dort befindet sich die Brehm-Gedenkstätte. Ein Denkmal für Brehm, geschaffen vom Tiroler Bildhauer Norbert Pfretzschner, wurde in Altenburg aufgestellt.
[SW: Lexika | Nachschlagewerke | Brehms Tierleben | Prachtausgaben]
Brehm, Alfred Edmund: Brehms Tierleben. Allgemeine Kunde des Tierreichs. Dritte, gänzlich neubearbeitete Aufl. Hrsg. von Prof.Dr.Pechuel-Loesche. 4.Band: Die Vögel 1: Baumvögel. Mit 144 Abbildungen im Text und 19 Tafeln von Robert Kretschmer, Wilhelm Kuhnert, Gustav Mützel u.a, Bibliographisches Institut Dritte, gänzlich neubearbeitete Auflage 1891 Leipzig und Wien
XIV/ 770S. Groß 8°
Halbleder Klammergehefteter, goldgeprägter, rotbrauner Halblederband mit Lederrückenschildern, Lederecken, Hartkarton in Lederoptik (sog. "Lederkarton"), marmorierten Buchschnitten, Lesebändchen und vier falschen Bünden, sogenannter Halbfranzband. Mit den wunderschönen Vierfarbdrucken. Einband und Einbandkanten leicht berieben, Schnitte altersgemäß nachgedunkelt, kleine Fehlstelle sowohl am oberen, als auch unteren Rücken, die Lederecken teilweise durchgerieben, Vorsätze leicht fleckig, wenige Seiten mit kleinem Randeinriss, die Bildtafel "Paradiesvögel" angerändert, das dazugehörige Transparenpapier geknittert, beides lose im Buch liegend, die Tafel "Stieglitz u.a. mit Einriss bzw. Verklebung des Transparentpapiers auf dem Druck, vereinzelt, wie bei diesen Farbtafeln häufig, Abklatsch des Bildmotivs auf das Transparentpapier bzw. die gegenüberliegende Textseite, ansonsten altersentsprechend guter Zustand dieses schönen Buches. Gesetzt in Fraktur. Brehms Thierleben ist ein zoologisches Nachschlagewerk, durch das sein Verfasser Alfred Edmund Brehm (1829-1884) weltbekannt wurde. Alfred Brehm schrieb als freier Schriftsteller Aufsätze und Reiseberichte für populärwissenschaftliche Zeitschriften über zoologische Themen, die er ab 1863 auch in Form einzelner Lieferungen mit einem Umfang von jeweils etwa 48 Seiten beim Bibliographischen Institut veröffentlichte. Der Erfolg brachte ihm 1860 einen Vertrag für eine zehnbändige zoologische Enzyklopädie ein. Die Arbeit daran wurde durch Reisen nach Abessinien, Skandinavien und Sibirien unterbrochen, aber auch bereichert. Die ersten sechs Bände des Illustrirten Thierlebens erschienen 1863-1869 im Bibliographischen Institut (Hildburghausen) unter dem Verleger Herrmann Julius Meyer. Sie fanden in weiten Kreisen und im Bildungsbürgertum großen Anklang. Ab der zweiten Auflage (zehn Bände 1876-1879, neu gedruckt 1882-1887) hieß das Werk bereits Brehms Thierleben. Brehm selbst hatte die sechs Bände über die Wirbeltiere verfasst und einen der später erschienenen Bände. Das Werk machte den Autor weltweit bekannt und ist bis heute ein Begriff, auch wenn die Forschung inzwischen weit über Brehms Wissen hinaus gegangen ist. Die größte Veränderung in der zweiten Auflage waren wohl die neuen Illustrationen von Gustav Mützel (1839-1893) und Eduard Oscar Schmidt (Entomologe, 1823-1886), von denen Charles Darwin äußerte, sie seien die besten, die er je in einem Werk gesehen habe. Zur Beliebtheit der Thierleben-Bände trugen die Illustrationen erheblich bei, deren spezieller Stil von Robert Kretschmer (1818-1872) geprägt wurde und die zoologische Fachliteratur sehr beeinflusste. Unter den Illustratoren späterer Jahrgänge gelangte Friedrich Wilhelm Kuhnert (1865-1926) als "Löwen-Kuhnert" zu Bekanntheit. Die dritte Auflage folgte 1890-1893 und wurde vom Bibliographischen Institut Leipzig in mehrere Sprachen übersetzt und unter anderem von dem 1896 in St. Petersburg gegründeten Verlag Proswestschenie (Aufklärung) vertrieben . Neben den großen Ausgaben erschienenen auch Tafelwerke sowie Volks- und Schulausgaben (1868/70. 1873/74, 1879, 1883, 1892/93). Alfred Edmund Brehm (* 2. Februar 1829 in Unterrenthendorf, heute Renthendorf bei Neustadt an der Orla; 11. November 1884 in Renthendorf) war ein deutscher Zoologe und Schriftsteller. Sein Name wurde durch den Buchtitel Brehms Tierleben zu einem Synonym für populärwissenschaftliche zoologische Literatur. Brehm (Spitzname: Chalihl Effendi) wuchs in dem thüringischen Dörfchen Unterrenthendorf als Sohn des Pfarrers Christian Ludwig Brehm und dessen zweiter Ehefrau Bertha auf. Christian Ludwig Brehm machte sich als Ornithologe mit Veröffentlichungen und einer umfangreichen Sammlung ausgestopfter Vögel in der Fachwelt einen Namen. Über 9000 tote Vögel boten im Pfarrhaus einen Einblick in die europäische Vogelwelt. Die Forschungen des Vaters weckten zwar früh das Interesse Alfreds für die Zoologie, aber sein Berufswunsch war es, Architekt zu werden. Im Frühjahr 1844 kam Brehm zu einem Baumeister in Altenburg in die Lehre. Er erlernte bis September 1846 das Maurerhandwerk und absolvierte die Altenburger Kunst- und Handwerksschule. Ende 1846 ging er nach Dresden, um Architektur zu studieren, brach das Studium aber nach zwei Semestern ab, weil der zu seiner Zeit bekannte Vogelkundler Johann Wilhelm von Müller einen Begleiter für eine Afrika-Expedition suchte. Als Sekretär und Gehilfe des Barons von Müller brach Brehm am 31. Mai 1847 zu einer fünfjährigen Expedition auf, die ihn nach Ägypten, in den Sudan und auf die Sinai-Halbinsel führte; die wissenschaftliche Ausbeute war so bedeutsam, dass er im Alter von nur 20 Jahren mit der Mitgliedschaft der Akademie der Naturforscher (Leopoldina) ausgezeichnet wurde. Nach seiner Rückkehr begann er 1853 mit dem Studium der Naturwissenschaften an der Universität in Jena. Wie sein Bruder Reinhold wurde er bei dem Corps Saxonia Jena, einer Studentenverbindung aktiv; wegen seiner Forschungsreisen durch Nordafrika erhielt er von seinen Corpsbrüdern den respektvollen Spitznamen "Pharao". Nach nur vier Semestern schloss er sein Studium 1855 mit der Promotion ab. Mit seinem Bruder Reinhold begab er sich 1856 auf eine zweijährige Spanienreise. Danach ließ er sich in Leipzig als freier Schriftsteller nieder und schrieb zahlreiche populärwissenschaftliche Beiträge für die berühmte Zeitschrift Die Gartenlaube und andere Zeitschriften. Zwischendurch unternahm er 1860 eine Expedition nach Norwegen und Lappland. 1858 wurde Brehm durch die Empfehlung seines Freundes Hans Zille Freimaurer und gehörte der St.-Johannis-Freimaurerloge "Apollo" im Orient von Leipzig an, die ihn 1873 in den Meistergrad erhob. Im Mai 1861 heiratete Brehm seine Cousine Mathilde Reiz, mit der er fünf Kinder hatte. Seine Reiselust hielt ihn nicht lange zu Hause. So nahm er 1862 gerne eine Einladung des Herzogs Ernst II. von Sachsen-Coburg und Gotha an, ihn auf eine Reise nach Abessinien zu begleiten. Danach ging es noch mehrfach nach Afrika sowie nach Skandinavien und Sibirien. In den Jahren 1878 und 1879 unternahm er zwei Reisen nach Ungarn und Spanien auf Einladung von Kronprinz Rudolf von Österreich, der Hobby-Ornithologe war und Brehm bis zu dessen Tod freundschaftlich verbunden blieb. Seine Aufsätze und Reiseberichte aus der Tierwelt fanden großen Anklang in weiten Kreisen des Bildungsbürgertums, so dass der Verleger Herrmann Julius Meyer bei ihm ein großes vielbändiges Werk über das Tierreich für das Bibliographische Institut in Hildburghausen bestellte. Als Brehms Tierleben machte es ihn weltweit bekannt. Obwohl Brehm das Verhalten von Tieren aus heutiger Sicht fehlinterpretierte, ist sein Werk auch heute noch ein Begriff. Aus wissenschaftlicher Sicht gab es jedoch bereits in den 1860er-Jahren heftige Angriffe auf Brehm und seine Publikationen, vor allem von dem Eberswalder Zoologen und Forstwissenschaftler Bernard Altum. Sein Leben war mit schriftstellerischer Arbeit, Forschungs- und Vortragsreisen reichlich ausgefüllt. Von 1863 - 1866 leitete er den Hamburger zoologischen Garten; 1869 entstand nach seinen Ideen in Berlin Unter den Linden das Berliner Aquarium, welches er bis 1878 als Direktor leitete. Im Winter 1883/84 unternahm Brehm eine Vortragsreise in die USA. Kurz vor seiner Abfahrt erkrankten seine vier bei ihm wohnenden Kinder an Diphtherie. Brehm, der seit 1878 Witwer war, entschloss sich trotzdem zur Reise, da er das Geld für die sonst fällige Vertragsstrafe nicht aufbringen konnte. Ende Januar erreichte ihn dann die Nachricht vom Tod seines jüngsten Sohns. Zum seelischen Schmerz kam die Malaria, an der Alfred Brehm schon in jungen Jahren in Afrika gelitten hatte. Am 11. Mai 1884 kehrte er nach Berlin zurück. Um Ruhe zu finden, zog er im Juli wieder in seine Heimat nach Renthendorf, wo er am 11. November 1884 starb. Dort befindet sich die Brehm-Gedenkstätte. Ein Denkmal für Brehm, geschaffen vom Tiroler Bildhauer Norbert Pfretzschner, wurde in Altenburg aufgestellt.
[SW: Lexika | Nachschlagewerke | Brehms Tierleben | Prachtausgaben]
Brehm, Alfred Edmund: Brehms Tierleben. Allgemeine Kunde des Tierreichs. Dritte, gänzlich neubearbeitete Aufl. Hrsg. von Prof.Dr.Pechuel-Loesche. 6.Band: Die Vögel 3. Mit 106 Abbildungen im Text, 20 Tafeln und 3 Karten, Bibliographisches Institut Dritte, gänzlich neubearbeitete Auflage 1892 Leipzig und Wien
XIV/ 740S. Groß 8°
Halbleder Inhalt des dritten Vogelbandes: Suchvögel, Flossentaucher, Sturmvögel Stoßvögel, Wehrvögel, Nandus, Roßvögel, Strauße. Die Abbildungen stammen von Ludwig Beckmann, Robert Kretschmer, Wilhelm Kuhnert, Gustav Mützel und Friedrich Specht. Klammergehefteter, goldgeprägter, rotbrauner Halblederband mit Lederrückenschildern, Lederecken, Hartkarton in Lederoptik (sog. "Lederkarton"), marmorierten Buchschnitten, Lesebändchen und vier falschen Bünden, sogenannter Halbfranzband. Mit den wunderschönen Vierfarbdrucken. Einband und Einbandkanten leicht berieben, Schnitte altersgemäß nachgedunkelt, kleine Fehlstelle sowohl am oberen, als auch unteren Rücken, die Lederecken teilweise durchgerieben, Vorsätze leicht fleckig, wenige Seiten mit kleinem Randeinriss, das Transparentpapier der Tafel "Steinadler" mit durchgehendem, mittigem Einriss, das der Tafel "Wildente" fehlt, vereinzelt, wie bei diesen Farbtafeln häufig, Abklatsch des Bildmotivs auf das Transparentpapier bzw. die gegenüberliegende Textseite, ansonsten altersentsprechend rundum guter Zustand dieses schönen Buches. Gesetzt in Fraktur. Brehms Thierleben ist ein zoologisches Nachschlagewerk, durch das sein Verfasser Alfred Edmund Brehm (1829-1884) weltbekannt wurde. Alfred Brehm schrieb als freier Schriftsteller Aufsätze und Reiseberichte für populärwissenschaftliche Zeitschriften über zoologische Themen, die er ab 1863 auch in Form einzelner Lieferungen mit einem Umfang von jeweils etwa 48 Seiten beim Bibliographischen Institut veröffentlichte. Der Erfolg brachte ihm 1860 einen Vertrag für eine zehnbändige zoologische Enzyklopädie ein. Die Arbeit daran wurde durch Reisen nach Abessinien, Skandinavien und Sibirien unterbrochen, aber auch bereichert. Die ersten sechs Bände des Illustrirten Thierlebens erschienen 1863-1869 im Bibliographischen Institut (Hildburghausen) unter dem Verleger Herrmann Julius Meyer. Sie fanden in weiten Kreisen und im Bildungsbürgertum großen Anklang. Ab der zweiten Auflage (zehn Bände 1876-1879, neu gedruckt 1882-1887) hieß das Werk bereits Brehms Thierleben. Brehm selbst hatte die sechs Bände über die Wirbeltiere verfasst und einen der später erschienenen Bände. Das Werk machte den Autor weltweit bekannt und ist bis heute ein Begriff, auch wenn die Forschung inzwischen weit über Brehms Wissen hinaus gegangen ist. Die größte Veränderung in der zweiten Auflage waren wohl die neuen Illustrationen von Gustav Mützel (1839-1893) und Eduard Oscar Schmidt (Entomologe, 1823-1886), von denen Charles Darwin äußerte, sie seien die besten, die er je in einem Werk gesehen habe. Zur Beliebtheit der Thierleben-Bände trugen die Illustrationen erheblich bei, deren spezieller Stil von Robert Kretschmer (1818-1872) geprägt wurde und die zoologische Fachliteratur sehr beeinflusste. Unter den Illustratoren späterer Jahrgänge gelangte Friedrich Wilhelm Kuhnert (1865-1926) als "Löwen-Kuhnert" zu Bekanntheit. Die dritte Auflage folgte 1890-1893 und wurde vom Bibliographischen Institut Leipzig in mehrere Sprachen übersetzt und unter anderem von dem 1896 in St. Petersburg gegründeten Verlag Proswestschenie (Aufklärung) vertrieben . Neben den großen Ausgaben erschienenen auch Tafelwerke sowie Volks- und Schulausgaben (1868/70. 1873/74, 1879, 1883, 1892/93). Alfred Edmund Brehm (* 2. Februar 1829 in Unterrenthendorf, heute Renthendorf bei Neustadt an der Orla; 11. November 1884 in Renthendorf) war ein deutscher Zoologe und Schriftsteller. Sein Name wurde durch den Buchtitel Brehms Tierleben zu einem Synonym für populärwissenschaftliche zoologische Literatur. Brehm (Spitzname: Chalihl Effendi) wuchs in dem thüringischen Dörfchen Unterrenthendorf als Sohn des Pfarrers Christian Ludwig Brehm und dessen zweiter Ehefrau Bertha auf. Christian Ludwig Brehm machte sich als Ornithologe mit Veröffentlichungen und einer umfangreichen Sammlung ausgestopfter Vögel in der Fachwelt einen Namen. Über 9000 tote Vögel boten im Pfarrhaus einen Einblick in die europäische Vogelwelt. Die Forschungen des Vaters weckten zwar früh das Interesse Alfreds für die Zoologie, aber sein Berufswunsch war es, Architekt zu werden. Im Frühjahr 1844 kam Brehm zu einem Baumeister in Altenburg in die Lehre. Er erlernte bis September 1846 das Maurerhandwerk und absolvierte die Altenburger Kunst- und Handwerksschule. Ende 1846 ging er nach Dresden, um Architektur zu studieren, brach das Studium aber nach zwei Semestern ab, weil der zu seiner Zeit bekannte Vogelkundler Johann Wilhelm von Müller einen Begleiter für eine Afrika-Expedition suchte. Als Sekretär und Gehilfe des Barons von Müller brach Brehm am 31. Mai 1847 zu einer fünfjährigen Expedition auf, die ihn nach Ägypten, in den Sudan und auf die Sinai-Halbinsel führte; die wissenschaftliche Ausbeute war so bedeutsam, dass er im Alter von nur 20 Jahren mit der Mitgliedschaft der Akademie der Naturforscher (Leopoldina) ausgezeichnet wurde. Nach seiner Rückkehr begann er 1853 mit dem Studium der Naturwissenschaften an der Universität in Jena. Wie sein Bruder Reinhold wurde er bei dem Corps Saxonia Jena, einer Studentenverbindung aktiv; wegen seiner Forschungsreisen durch Nordafrika erhielt er von seinen Corpsbrüdern den respektvollen Spitznamen "Pharao". Nach nur vier Semestern schloss er sein Studium 1855 mit der Promotion ab. Mit seinem Bruder Reinhold begab er sich 1856 auf eine zweijährige Spanienreise. Danach ließ er sich in Leipzig als freier Schriftsteller nieder und schrieb zahlreiche populärwissenschaftliche Beiträge für die berühmte Zeitschrift Die Gartenlaube und andere Zeitschriften. Zwischendurch unternahm er 1860 eine Expedition nach Norwegen und Lappland. 1858 wurde Brehm durch die Empfehlung seines Freundes Hans Zille Freimaurer und gehörte der St.-Johannis-Freimaurerloge "Apollo" im Orient von Leipzig an, die ihn 1873 in den Meistergrad erhob. Im Mai 1861 heiratete Brehm seine Cousine Mathilde Reiz, mit der er fünf Kinder hatte. Seine Reiselust hielt ihn nicht lange zu Hause. So nahm er 1862 gerne eine Einladung des Herzogs Ernst II. von Sachsen-Coburg und Gotha an, ihn auf eine Reise nach Abessinien zu begleiten. Danach ging es noch mehrfach nach Afrika sowie nach Skandinavien und Sibirien. In den Jahren 1878 und 1879 unternahm er zwei Reisen nach Ungarn und Spanien auf Einladung von Kronprinz Rudolf von Österreich, der Hobby-Ornithologe war und Brehm bis zu dessen Tod freundschaftlich verbunden blieb. Seine Aufsätze und Reiseberichte aus der Tierwelt fanden großen Anklang in weiten Kreisen des Bildungsbürgertums, so dass der Verleger Herrmann Julius Meyer bei ihm ein großes vielbändiges Werk über das Tierreich für das Bibliographische Institut in Hildburghausen bestellte. Als Brehms Tierleben machte es ihn weltweit bekannt. Obwohl Brehm das Verhalten von Tieren aus heutiger Sicht fehlinterpretierte, ist sein Werk auch heute noch ein Begriff. Aus wissenschaftlicher Sicht gab es jedoch bereits in den 1860er-Jahren heftige Angriffe auf Brehm und seine Publikationen, vor allem von dem Eberswalder Zoologen und Forstwissenschaftler Bernard Altum. Sein Leben war mit schriftstellerischer Arbeit, Forschungs- und Vortragsreisen reichlich ausgefüllt. Von 1863 - 1866 leitete er den Hamburger zoologischen Garten; 1869 entstand nach seinen Ideen in Berlin Unter den Linden das Berliner Aquarium, welches er bis 1878 als Direktor leitete. Im Winter 1883/84 unternahm Brehm eine Vortragsreise in die USA. Kurz vor seiner Abfahrt erkrankten seine vier bei ihm wohnenden Kinder an Diphtherie. Brehm, der seit 1878 Witwer war, entschloss sich trotzdem zur Reise, da er das Geld für die sonst fällige Vertragsstrafe nicht aufbringen konnte. Ende Januar erreichte ihn dann die Nachricht vom Tod seines jüngsten Sohns. Zum seelischen Schmerz kam die Malaria, an der Alfred Brehm schon in jungen Jahren in Afrika gelitten hatte. Am 11. Mai 1884 kehrte er nach Berlin zurück. Um Ruhe zu finden, zog er im Juli wieder in seine Heimat nach Renthendorf, wo er am 11. November 1884 starb. Dort befindet sich die Brehm-Gedenkstätte. Ein Denkmal für Brehm, geschaffen vom Tiroler Bildhauer Norbert Pfretzschner, wurde in Altenburg aufgestellt.
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