Bernhardi
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Schnitzler, Arthur: Professor Bernhardi und andere Dramen. (Enthält: Das weite Land. Der Schleier der Pierrett. Professor Bernhardi.) Mit einem Nachwort. Mit einer Bibliographie. (=Das dramatische Werk; Band 6) 35. - 37. Tausend. Frankfurt, Fischer-Taschenbuch-Verlag,, 1990. ISBN: 3596219728
Schnitzler, Arthur, *15.5.1862 Wien, 21.10.1931 ebd. S., Sohn eines Wiener Arztes, studierte Medizin (1879-85), war praktizierender Arzt und lebte später als freier Schriftsteller (erste Veröffentlichungen 1880) in Wien, befreundet mit H.v. Hofmannsthal, R. Beer-Hofmann und H. Bahr, bekannt mit O. Brahm, G. Brandes und S. Freud. S.s Theaterstücke sind formal den französischen Konversationsstücken ähnlich. Ihren Erfolg verdanken sie einer Übereinstimmung der persönlichen Begabung ihres Autors mit dem Denk- und Sprachstil seiner Epoche. Die Eigenart seiner Dichtungen ist gegeben durch die geistigen Voraussetzungen seiner Zeit: den erkenntnistheoretischen und moralischen Skeptizismus, den Positivismus und das positivistische Verständnis des Menschen mit den Mitteln der empirischen Psychologie und der neuen Psychoanalyse Freuds, der in S. seinen "Doppelgänger" gesehen hat. Beschreibung der Gesellschaft seiner Zeit ist bei S. Analyse dieser Gesellschaft am Beispiel einzelner Menschen. Der Held des Einakterzyklus Anatol ist ein Skeptiker, der das Leben leichtnimmt. Liebelei ist auch das Thema des Reigen; 10 Einakter variieren die gleiche Situation mit verschiedenen Personen: Zwei Menschen treffen sich, um sich zu lieben, ihr Dialog vor und nach dem Liebesakt macht die Szene aus. Soziale Schranken werden dabei übersprungen. Der Reigen wurde wegen der Offenheit, mit der die Sexualität als Grund für die Beziehungen gezeigt wurde, verboten (1904, 1921) und wieder freigegeben. S. selbst sperrte danach das Stück für weitere Aufführungen, um es nicht weiter gewollten Mißverständnissen auszusetzen. - Neben dem natürlichen Gesetz, das die Liebe diktiert, sind die Gesetze, die sich die Menschen selber geben, bloße Konvention; angreifbar, weil sie zur Selbstgerechtigkeit führen und zur Verurteilung derer, die sich nicht einfügen. Direkte Angriffe auf den bürgerlichen Kodex sind die Schauspiele Das Märchen und Freiwild. S.s Themenwahl bleibt bis zu den späten Werken die gleiche: die Kritik am Zwang geltender Vorstellungen und die unvoreingenommene Analyse von Handlungen und Gefühlen. Die differenzierte Analyse menschlicher Beziehungen relativiert moralische Werte; es bleiben nur das Recht zu leben und das Unrecht, durch fremde Schuld zu sterben. Treue und Untreue sind in der Tragikomödie Das weite Land nicht Zeichen moralischer Integrität, sondern des Temperaments und der Erziehung; Genia ist treu, weil sie ihren Mann liebt, Friedrich findet ihre "Tugend" "unheimlich". S.s Personen stehen einander gegenüber entweder in Rollen, die durch die Spielregeln der Konvention vorgeschrieben sind, oder verbunden durch Gefühle, die wechselnd und kaum eindeutig zu bestimmen sind - zur Darstellung dieser Relativität dient wie bei Pirandello auch die Form des Spiels im Spiel: Der grüne Kakadu und Große Szene (Komödie der Worte). Die Frage nach eigener Verantwortung ist Thema der Komödie Professor Bernhardi : Bernhardi, Arzt und Direktor einer Klinik, wird Spielball verschiedener politischer Meinungen; er verwehrt dem Priester den Eintritt in ein Krankenzimmer, um die Euphorie der Sterbenden nicht stören zu lassen. Dieser "Fall" wird Anlaß großer Auseinandersetzungen: Bernhardi ist Jude, sein Verhalten wird als antiklerikal ausgelegt. Antisemitismus und Opportunismus bestimmen die Haltung seiner Kollegen. Die Frage nach den "allgemein ethischen Dingen" und nach der Willensfreiheit bleibt ohne Antwort. In den Erzählungen Lieutenant Gustl, der Satire auf den Ehrenkodex des k.u.k. Offizierskorps, und Fräulein Else, deren Entscheidungskampf zwischen persönlicher Ehre und Rettung des gesellschaftlichen Status ihrer Familie tödlich endet, wandte S. zuerst die richtungweisende Technik des "inneren Monologs" an. Der Weg ins Freie beschreibt ein Jahr Auf-der-Stelle-Treten im Leben eines jungen aristokratischen Künstlers, ein streng komponierter Anti-Entwicklungsroman. Im Roman Therese (nach dem Vorbild Germinie Lacerteux der Goncourts) wird die Geschichte eines Mädchens erzählt, das, weil es eine Versorgungsheirat nicht eingehen will, am Rande der "guten" Gesellschaft als Gouvernante leben muß und durch die Schuld ihres unehelichen Sohnes stirbt. Autorenlexikon/Systhema Mit wenigen Anstreichungen im Text. Guter Zustand.
258 Seiten. 18 cm. Taschenbuch. Kartoniert.
[SW: Theatertexte, Dramatiker, Theaterwissenschaft Theaterwissenschaften, Theatergeschichte, Theatertheorie, Theater, Deutsche Literatur des 20. Jahrhunderts, Dramen, Theaterstücke, Theaterstück, Theater / Geschichte]
(Bernhardi, Sophie). Julie Saint Albain. 2 Teile in 1 Band. Titel, 158 S.; Titel, 182 S. Mit gestoch. Porträt in Punktiermanier v. Schnorr v. Carolsfeld. Lederbd um 1900 mit Rückenschild und Filetenvergoldung. Deckelblindprägung. Dresden, Gerlach, 1801.
Äußerst seltene erste Ausgabe des Erstlings von Sophie Bernhardi, der Schwester Ludwig und Friedrich Tiecks. Durch engen Anschluß an ihre Brüder entwickelte sie früh ihr poetisches Talent. Bernhardi (1775-1833) war in erster Ehe mit August Ferdinand Bernhardi verheiratet, einem engen literarischen Freund ihres Bruders, und arbeitete an vielen Gemeinschaftsunternehmungen der Berliner Frühromantik mit. Kosch charakterisiert sie als "die begabteste Dichterin der älteren Romantik" (I 144). Der anrührende Roman, überwiegend in Briefform, schildert einfühlsam die Versuchungen, denen eine junge, schöne Marquise ausgesetzt ist, ihr Straucheln und ihre Reue, ihre Entführung, ihr Broterwerb durch Schauspielerei und schließlich die Aufhellung ihrer ihr selbst unbekannten Herkunft. - Titel mit Namenseintrag. Oberer Rand mit Feuchtigkeitsspuren, sonst gutes Exemplar des seltenen Erstlings, den ich nicht im deutschen Auktionshandel seit 1950 nachweisen kann. - Goed. VI 46, 3, 1 (gibt irrig Julius ..., Leipzig, 1802' an).
[SW: Deutsche Literatur, Frauen, 19. Jahrhundert, Erstlingswerke]
Bernhardi Demuth, Fritz: F. Th. von Bernhardi. Ein Beitrag zur Geschichte der Nationalökonomie im 19. Jahrhundert. Jena, Fischer, 1900.
Wirtschaftswissenschaft Volkswirtschaft historie Person Bernhardi, Felix Theodor von [ 1900 | Demuth Fritz ; Bernhardi
68 S., gr.okt., kt., bestoßen.
Sabine,Reichardt: Die Judenproblematik in Arthur Schnitzlers Werk ,Professor Bernhardi' GRIN Verlag, Februar 2009 ISBN: 3640264894
Studienarbeit aus dem Jahr 2007 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, einseitig bedruckt, Note: 2,3, Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (Germanistischen Institut), Veranstaltung: Arthur Schnitzler. Dramen und Erzählungen, 11 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Arthur Schnitzler beschreibt in seinem Theaterstück Professor Bernhardi in authentischer Weise die politischen und religiösen Verhältnisse der Wiener Gesellschaft um 1900. Zudem ist er mit seinem Denkansatz der damaligen Zeit, insbesondere in Bezug auf die Anspielungen des immer stärker hervortretenden Antisemitismus, deutlich voraus. Professor Bernhardi ist eines der wenigen Werke Schnitzlers, das die Judenproblematik behandelt, wenngleich Schnitzler stets fälschlicherweise aufgrund dieses Gesichtspunktes von den damaligen Kritikern bewertet wurde. Dies formuliert er in einem Tagebucheintrag vom 29.1.1919 folgendermaßen: Mißverstanden wurden natürlich alle Künstler von Rang; - Der Grad, - Die Betonung - und die Lauheit der 'Verstehenden' ist eben doch zum allergrößten Theil nur aus meinem Judenthum zu erklären. Aus diesem Grund ist die Beschäftigung mit dem vorliegenden Thema von besonderem Interesse, um einerseits zu zeigen, wie schwerwiegend die Vorwürfe gegenüber die Juden um 1900 in Wirklichkeit waren und wie korrupt die Wiener Politiker handelten. Andererseits ist das Thema des Werkes auch heute noch aktuell, da in einigen Ländern religiöse Minderheiten immer noch verfolgt werden. Zudem zeigt die standhafte Persönlichkeit Bernhardis, dass auch Minderheiten etwas erreichen können und sich nicht unterkriegen lassen sollen. Der erste Teil meiner Hausarbeit soll einen kurzen Überblick über den Autor Arthur Schnitzler geben, um die Parallelen der Charaktere des Theaterstückes mit dem Leben Schnitzlers, insbesondere mit Blick auf das Wirken seines Vaters Johann Schnitzler, zu verdeutlichen. Eine daran anschließende Inhaltsangabe des Werkes dient dazu die wichtigsten Aspekte und Handlungen der Personen kurz für den Leser zusammenzufassen. Kapitel vier beschäftigt sich mit der Judenproblematik in Wien um 1900, da diese eine zentrale Rolle in dem vorliegenden Stück einnimmt und viele Anspielungen der Figuren erst mithilfe dieser geschichtlichen Hintergrundinformation verstanden werden können. Der Hauptteil, Kapitel fünf und sechs, dient der Beschreibung der Judenproblematik im Theaterstück Professor Bernhardi. Die Reaktionen der Öffentlichkeit auf dieses Werk zeigen, dass Schnitzler jeweils genau die Wurzel des von ihm behandelten Problems erfasst, wie sehr er seiner Zeit voraus ist. <
NEUBUCH! 210 mm x 148 mm x 4 mm Einband:Kartoniert/Broschiert



