Berlin und Seine Bauten

Es wurden insgesamt 395 Einträge zu 'Berlin und Seine Bauten' gefunden (Stand: 09.02.2012).

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Fait, Joachim: Bezirke Cottbus, Frankfurt/Oder, Potsdam und Berlin. Kunstdenkmäler in der DDR. Ein Bildhandbuch. Edition Leipzig, 1973.
Archiv-Ex. VEB Edition Leipzig, Umschl. etwas berieben. - Diese Reihe, von der bereits vier Bände mit den Bezirken Erfurt, Gera, Suhl; Halle, Magdeburg; Dresden, Karl-Marx-Stadt, Leipzig und Neubrandenburg, Rostock, Schwerin erschienen sind, soll nicht nur dem Fachmann und Kunstfreund, sondern auch der ständig wachsenden Zahl von Touristen ein Korpus der wichtigsten Kunstdenkmäler in die Hand geben. Das Handbuch möchte keine Kunstgeschichte einer Landschaft bringen. Es vereint vielmehr ein ausgewähltes Bildmaterial der architekturgeschichtlich bedeutsamsten und schönsten Bauwerke samt ihren Innenausstattungen. Neben einem Abriß der kunsthistorischen Entwicklung enthält der Band Angaben zu den abgebildeten Werken, eine Chronologie sowie ein Künstlerverzeichnis, die dem neuesten Stand der wissenschaftlichen Forschung Rechnung tragen. Außerdem orientieren zwei Karten am Schluß des Bandes über die behandelten Orte und Objekte. - Der Beginn der Renaissance fällt in der Mark ungefähr mit der Einführung der Reformation 1539 durch Kurfürst Joachim II. zusammen. Der Geist des neuen Zeitalters verkörpert sich in diesem Mann besonders deutlich. Lebensgierig und prunkliebend, ein echter Renaissancefürst, ein verschwenderischer Mäzen, ist er der Auftraggeber für das großartigste Bauunternehmen in der Mark - den Neubau des Berliner (Köllner) Schlosses anstelle der spätgotischen Wasserburg an der Spree. Konrad Krebs lieferte den Entwurf - eine kaum abgewandelte Wiederholung des von ihm erbauten Schlosses Hartenfels in Torgau, mit Reitschnecke, durchbrochenem Wendelstein, Balkon, Erkertürmen und hohen Zwerchhäusern, alles reich verziert mit figürlichen und ornamentalen Sgraffitodekorationen. Caspar Theiß führte 1538-1540 die Pläne aus und fügte noch einen Eckflügel an. Er baute 1542 auch das Jagdschloß Grunewald und nach 1558 vermutlich Schloß Tegel. Es wurde eine ganze Reihe von Burgen zu Schlössern umgewandelt, z. B. in Köpenick, Potsdam oder Wiesenburg. Die mittelmärkischen Beispiele sind durchweg in Barockanlagen aufgegangen, so daß wir nur noch aus älteren Beschreibungen, Topographien oder aus Bauuntersuchungen von ihnen wissen. Im Süden dagegen ist die Überlieferung ziemlich reich. Markante Beispiele - unregelmäßige Vier-Flügel-Bauten mit Vorder- und Hauptschloß - sind Annaberg und Finsterwalde; dreiflüglig angelegt sind die Schlösser Lichtenberg in Prettin und Senftenberg. Von diesen rein sächsischen Vertretern unterscheidet sich Schloß Freyenstein durch seine Terrakotten im Stil des Statius van Düren als ein Beispiel der lübisch-mecklenburgischen Renaissance. Dennoch ist allen Bauten gemeinsam die Neigung zum Malerisch-Dekorativen, zum lebendig Zufälligen und zum Irrationalen. Das hat - trotz der Übernahme italienischer oder französischer Einzelmotive - mit der tektonischen Klarheit und Logik, die der Renaissance zugrunde liegt, nur wenig zu tun. Eine strengere Auffassung schien sich gegen Ende des 16. Jahrhunderts durchzusetzen. Das Ribbecksche Haus in Berlin (1624) - eines der selten gewordenen Beispiele dieser Entwicklung - präsentiert seine Fassade mit geometrischer Kühle. Thaddäus Paglion, ein Italiener, baute 1607-1609 das Frankfurter Rathaus außen und innen in vernüchtern-dem Gleichmaß um. - Neben dem Schloßbau entstand als Folge der fortgeschrittenen Waffentechnik ein völlig neuer Typ der Wehrarchitektur - die Zitadelle. Es kam der neue Beruf des Offiziersarchitekten auf, dessen bedeutendster Vertreter Graf Rochus von Lynar ist, gebürtiger Toskaner, seit 1578 in kurbrandenburgischen Diensten, der außer als Berater bei Schloßbauten an den großen Festungen in Spandau und Peitz tätig war. Von den meisten dieser Anlagen können wir uns nur noch aus Merians Topographie aus der Mitte des 17. Jahrhunderts einen Begriff machen. Der Protestantismus brachte keinen neuen Kirchentyp hervor. Man begnügte sich vielmehr mit den mittelalterlichen Bauten, unter denen die spätgotischen Hallen am ehesten der Vorstellung von einer evangelischen Predigtkirche entgegenkamen. Allerdings wurde das Innere den veränderten kultischen Bedürfnissen angepaßt, wobei leider ein großer Teil der alten Ausstattung verlorenging. Neue Altäre und Kanzeln wurden errichtet sowie Emporen und Gestühle eingebaut. Zu einer typischen Form der Renaissance wurde das Epitaph. Als Auftragswerk des Adels und der Patrizierschaft trat es oft nicht nur in künstlerische, sondern auch in geistig-inhaltliche Konkurrenz zur liturgischen Ausstattung und konnte selbst mit dem Altar identisch werden. Ein vielsagendes Beispiel dafür ist der Hauptaltar, den Rochus von Lynar 1582 für die Nikolaikirche in Spandau zugleich als Grabmal für sich und seine Familie gestiftet hat. Die Vielzahl der Ausstattungsstücke in den Kirchen ist anonym und von handwerklicher Solidität. Ein hervorragender Epitaphienmeister war Christoph Dehne, der von Magdeburg aus für verschiedene Adelsfamilien im West-Havelland Wandgrabmäler schuf. Seine Werke kennzeichnen das Ende einer Entwicklung, in der von Anfang an das Ornament eine dominierende Rolle spielte. Sie führte vom Roll- und Beschlagwerk zum manieristischen Knorpelornament, das die architektonische Struktur immer mehr überwucherte... (Einleitung) -

2., verb. Aufl. XXXI; 372 S. mit 320 Abb. auf Tafelseiten, gebundene Ausgabe mit illustr. Umschl.

[SW: Deutschland, DDR, Kunst, Architektur, Cottbus, Frankfurt/Oder, Potsdam, Berlin, Kulturgeschichte, Denkmäler, Baudenkmäler]

Details

Fait, Joachim: Bezirke Cottbus, Frankfurt/Oder, Potsdam und Berlin. Kunstdenkmäler in der DDR. Ein Bildhandbuch. Edition Leipzig, 1983.
Archiv-Ex. VEB Edition Leipzig, Umschl. etwas berieben. - Diese Reihe, von der bereits vier Bände mit den Bezirken Erfurt, Gera, Suhl; Halle, Magdeburg; Dresden, Karl-Marx-Stadt, Leipzig und Neubrandenburg, Rostock, Schwerin erschienen sind, soll nicht nur dem Fachmann und Kunstfreund, sondern auch der ständig wachsenden Zahl von Touristen ein Korpus der wichtigsten Kunstdenkmäler in die Hand geben. Das Handbuch möchte keine Kunstgeschichte einer Landschaft bringen. Es vereint vielmehr ein ausgewähltes Bildmaterial der architekturgeschichtlich bedeutsamsten und schönsten Bauwerke samt ihren Innenausstattungen. Neben einem Abriß der kunsthistorischen Entwicklung enthält der Band Angaben zu den abgebildeten Werken, eine Chronologie sowie ein Künstlerverzeichnis, die dem neuesten Stand der wissenschaftlichen Forschung Rechnung tragen. Außerdem orientieren zwei Karten am Schluß des Bandes über die behandelten Orte und Objekte. - Der Beginn der Renaissance fällt in der Mark ungefähr mit der Einführung der Reformation 1539 durch Kurfürst Joachim II. zusammen. Der Geist des neuen Zeitalters verkörpert sich in diesem Mann besonders deutlich. Lebensgierig und prunkliebend, ein echter Renaissancefürst, ein verschwenderischer Mäzen, ist er der Auftraggeber für das großartigste Bauunternehmen in der Mark - den Neubau des Berliner (Köllner) Schlosses anstelle der spätgotischen Wasserburg an der Spree. Konrad Krebs lieferte den Entwurf - eine kaum abgewandelte Wiederholung des von ihm erbauten Schlosses Hartenfels in Torgau, mit Reitschnecke, durchbrochenem Wendelstein, Balkon, Erkertürmen und hohen Zwerchhäusern, alles reich verziert mit figürlichen und ornamentalen Sgraffitodekorationen. Caspar Theiß führte 1538-1540 die Pläne aus und fügte noch einen Eckflügel an. Er baute 1542 auch das Jagdschloß Grunewald und nach 1558 vermutlich Schloß Tegel. Es wurde eine ganze Reihe von Burgen zu Schlössern umgewandelt, z. B. in Köpenick, Potsdam oder Wiesenburg. Die mittelmärkischen Beispiele sind durchweg in Barockanlagen aufgegangen, so daß wir nur noch aus älteren Beschreibungen, Topographien oder aus Bauuntersuchungen von ihnen wissen. Im Süden dagegen ist die Überlieferung ziemlich reich. Markante Beispiele - unregelmäßige Vier-Flügel-Bauten mit Vorder- und Hauptschloß - sind Annaberg und Finsterwalde; dreiflüglig angelegt sind die Schlösser Lichtenberg in Prettin und Senftenberg. Von diesen rein sächsischen Vertretern unterscheidet sich Schloß Freyenstein durch seine Terrakotten im Stil des Statius van Düren als ein Beispiel der lübisch-mecklenburgischen Renaissance. Dennoch ist allen Bauten gemeinsam die Neigung zum Malerisch-Dekorativen, zum lebendig Zufälligen und zum Irrationalen. Das hat - trotz der Übernahme italienischer oder französischer Einzelmotive - mit der tektonischen Klarheit und Logik, die der Renaissance zugrunde liegt, nur wenig zu tun. Eine strengere Auffassung schien sich gegen Ende des 16. Jahrhunderts durchzusetzen. Das Ribbecksche Haus in Berlin (1624) - eines der selten gewordenen Beispiele dieser Entwicklung - präsentiert seine Fassade mit geometrischer Kühle. Thaddäus Paglion, ein Italiener, baute 1607-1609 das Frankfurter Rathaus außen und innen in vernüchtern-dem Gleichmaß um. - Neben dem Schloßbau entstand als Folge der fortgeschrittenen Waffentechnik ein völlig neuer Typ der Wehrarchitektur - die Zitadelle. Es kam der neue Beruf des Offiziersarchitekten auf, dessen bedeutendster Vertreter Graf Rochus von Lynar ist, gebürtiger Toskaner, seit 1578 in kurbrandenburgischen Diensten, der außer als Berater bei Schloßbauten an den großen Festungen in Spandau und Peitz tätig war. Von den meisten dieser Anlagen können wir uns nur noch aus Merians Topographie aus der Mitte des 17. Jahrhunderts einen Begriff machen. Der Protestantismus brachte keinen neuen Kirchentyp hervor. Man begnügte sich vielmehr mit den mittelalterlichen Bauten, unter denen die spätgotischen Hallen am ehesten der Vorstellung von einer evangelischen Predigtkirche entgegenkamen. Allerdings wurde das Innere den veränderten kultischen Bedürfnissen angepaßt, wobei leider ein großer Teil der alten Ausstattung verlorenging. Neue Altäre und Kanzeln wurden errichtet sowie Emporen und Gestühle eingebaut. Zu einer typischen Form der Renaissance wurde das Epitaph. Als Auftragswerk des Adels und der Patrizierschaft trat es oft nicht nur in künstlerische, sondern auch in geistig-inhaltliche Konkurrenz zur liturgischen Ausstattung und konnte selbst mit dem Altar identisch werden. Ein vielsagendes Beispiel dafür ist der Hauptaltar, den Rochus von Lynar 1582 für die Nikolaikirche in Spandau zugleich als Grabmal für sich und seine Familie gestiftet hat. Die Vielzahl der Ausstattungsstücke in den Kirchen ist anonym und von handwerklicher Solidität. Ein hervorragender Epitaphienmeister war Christoph Dehne, der von Magdeburg aus für verschiedene Adelsfamilien im West-Havelland Wandgrabmäler schuf. Seine Werke kennzeichnen das Ende einer Entwicklung, in der von Anfang an das Ornament eine dominierende Rolle spielte. Sie führte vom Roll- und Beschlagwerk zum manieristischen Knorpelornament, das die architektonische Struktur immer mehr überwucherte... (Einleitung) -

3., verb. Aufl. XXXI; 374 S. mit 320 Abb. auf Tafelseiten, gebundene Ausgabe mit illustr. Umschl.

[SW: Deutschland, DDR, Kunst, Architektur, Cottbus, Frankfurt/Oder, Potsdam, Berlin, Kulturgeschichte, Denkmäler, Baudenkmäler]

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Streich, Wolfgang Jürgen: Franz Heinrich Schwechten 1841-1924. Bauten für Berlin. Petersberg: Imhof, 2005. ISBN: 9783937251660
Illustrierter Hardcoverband, Einband mit minimalen Lagerspuren, insgesamt in nahezu neuwertigem Zustand. Remissionsstempel im Unterschnitt. - Monographie über den Architekten der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche. Für die Architekturentwicklung in der Zeit von 1870 bis 1920 ist das Werk des Architekten Franz Heinrich Schwechten von besonderer Bedeutung, da in seinen Projekten exemplarisch die Vielschichtigkeit der wilhelminischen Epoche sichtbar wird. Noch heute prägen seine Bauten als bedeutende Kulturdenkmäler das städtische Antlitz Berlins. Neben Anhalter Bahnhof und Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche sind es vor allem seine weniger bekannten Bauten für Berlin, die das umfassende Werk Schwechtens durch seine Kultur-, Wohn- und Geschäftsbauten, aber auch durch seine zahlreichen Industriebauten, wie etwa die heutige Kulturbrauerei, die ehemalige AEG-Apparatefabrik oder das Kraftwerk Moabit, entscheidend charakterisieren. Die vorliegende erstmals umfassende Monographie zum Werk Schwechtens zeigt die Bandbreite seines Schaffens und dokumentiert die vielfältigen, bisher wenig beachteten qualitätvollen Entwicklungen im Oeuvre des Architekten. (Verlagsanzeige) , ISBN: 3937251669

293 Seiten mit zahlreichen Abbildungen und graphischen Darstellungen, gebundene Ausgabe. Auflage 2005. Remissionsstempel.

[SW: Architektur. Baukunst. Architekturgeschichte. Städtebau. Kunstgeschichte. Kulturgeschichte. Berlin. Berliner Geschichte. Stadtgeschichte. Kulturgeschichte. Architekturgeschichte. Sozialgeschichte. Architekten.]

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Streich, Wolfgang Jürgen: Franz Heinrich Schwechten 1841-1924. Bauten für Berlin. Petersberg: Imhof, 2005. ISBN: 9783937251660
Illustrierter Hardcoverband, Einband mit Lagerspuren (berieben und leicht angekratzt), innen in sauberem und ungenutztem Zustand. Remissionsstempel im Unterschnitt. - Monographie über den Architekten der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche. Für die Architekturentwicklung in der Zeit von 1870 bis 1920 ist das Werk des Architekten Franz Heinrich Schwechten von besonderer Bedeutung, da in seinen Projekten exemplarisch die Vielschichtigkeit der wilhelminischen Epoche sichtbar wird. Noch heute prägen seine Bauten als bedeutende Kulturdenkmäler das städtische Antlitz Berlins. Neben Anhalter Bahnhof und Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche sind es vor allem seine weniger bekannten Bauten für Berlin, die das umfassende Werk Schwechtens durch seine Kultur-, Wohn- und Geschäftsbauten, aber auch durch seine zahlreichen Industriebauten, wie etwa die heutige Kulturbrauerei, die ehemalige AEG-Apparatefabrik oder das Kraftwerk Moabit, entscheidend charakterisieren. Die vorliegende erstmals umfassende Monographie zum Werk Schwechtens zeigt die Bandbreite seines Schaffens und dokumentiert die vielfältigen, bisher wenig beachteten qualitätvollen Entwicklungen im Oeuvre des Architekten. (Verlagsanzeige) , ISBN: 3937251669

293 Seiten mit zahlreichen Abbildungen und graphischen Darstellungen, gebundene Ausgabe. Auflage 2005. Remissionsstempel.

[SW: Architektur. Baukunst. Architekturgeschichte. Städtebau. Kunstgeschichte. Kulturgeschichte. Berlin. Berliner Geschichte. Stadtgeschichte. Kulturgeschichte. Architekturgeschichte. Sozialgeschichte. Architekten.]

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