Bergengruen Buch Rodenstein
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Bergengruen, Werner: Der Grosstyrann und das Gericht. Roman. - (=dtv 10815). München, Deutscher Taschenbuch Verlag, 1994. ISBN: 3423108150
Guter Zustand. Besitzerstempel auf demr Titelseite. - Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag). Der Großtyrann und das Gericht. OA 1935 Form Roman Epoche Moderne. Das vorangestellte Motto aus dem christlichen Vaterunser "Und führe uns nicht in Versuchung" umreißt das Thema des Romans. Ein Diktator spielt mit den Schwächen seiner Untertanen und führt die Stadt in Versuchungen, die nur ein Opfer aus christlichem Gemeinschaftssinn in eine höhere Ordnung zurückbindet. Inhalt: Der Mord an dem Mönch Fra Agostino versetzt die norditalienische Renaissance-Stadt Cassano in Aufregung. Der nach langen politischen Kämpfen unumschränkt herrschende Großtyrann verlangt die Aufklärung der Tötung seines Geheimkuriers. Sein langjähriger Polizeichef Nespoli muss den Schuldigen mit seinen bewährten menschlichen Spürhunden schnell finden, um nicht selbst hingerichtet zu werden. Verzweifelt konstruiert er mögliche Täterspuren, an die er selbst nicht glaubt. Seiner Geliebten Vittoria Confini gesteht er die Gefahr. Vittorias deutlich älterer Mann erkrankt, wird von seiner Schwester Mafalda zu Tode gepflegt und hinterlässt ein schriftliches Schuldgeständnis, dessen Echtheit bezweifelt wird. Nach vielen Verdächtigungen nimmt der Färber Sperone schließlich die Schuld auf sich, um durch das Opfer seines Lebens die erschütterte Ordnung wiederherzustellen. Bei der Gerichtsverhandlung unter Vorsitz des Großtyrannen gesteht er selbst den Mord. Der Priester Don Luca klagt ihn in einer flammenden Rede an, sich in einem "widergöttlichen Spiel" mit menschlichen Schicksalen ein nur Gott zustehendes Weltenrichteramt angemaßt zu haben. Erschüttert gibt der Herrscher seine Verfehlung zu. Die Versöhnung bleibt nach den bitteren Erfahrungen jedoch ein Probezustand. Aufbau: Die novellistische Handlung orientiert sich klassisch an einer "unerhörten Begebenheit", deren Folgen mit der dramatischen Spannung eines Kriminalromans aufgezeigt werden. Gegliedert ist das Werk in fünf Bücher, die jeweils eine der Hauptfiguren ins Zentrum stellen, ohne perspektivisch die auktoriale, psychologisch zwischen Beobachtung von außen und Nachvollzug von innen wechselnde Erzählweise aufzugeben. Sprachlich komplex und streckenweise historisierend lebt der Roman vor allem von den politischen und philosophischen Gesprächen und den leitmotivischen symbolischen Orten und Stimmungen. Wirkung: Auch wenn der Roman die historische Ferne sucht und gegenüber neueren Strömungen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eher altmodisch wirkt, macht ihn die konzentrierte, hoch reflektierte Form zum Meisterwerk. Jenseits seiner allgemeinen staats- und religionstheoretischen Implikationen wurde er als Schlüsselwerk verstanden gegen die Hybris aller Diktaturen und die Versuchung der Macht, die mit Menschen spielt. E. E. K. - - Bergengruen, Werner, *16.1.1892 Riga, 4.9.1964 Baden-Baden. Sohn eines baltendeutschen Arztes; studierte nach der Schulzeit am Lübecker Katharineum in Marburg und Berlin Theologie, Germanistik und Kunstgeschichte. 1914 nahm er als Kriegsfreiwilliger auf deutscher Seite am 1.Weltkrieg teil und war 1919 Kornett in der Baltischen Landwehr. Seit 1920 arbeitete er als Journalist, zunächst in Tilsit und Memel, ab 1922 in Berlin. 1925 übernahm er die Redaktion der "Baltischen Blätter". Durch Reisen und längere Aufenthalte wurde ihm Italien zur zweiten Heimat; er verstand sich als eine "anima naturaliter catholica". 1936 konvertierte er offiziell zum Katholizismus. Im selben Jahr übersiedelte er nach Solln bei München; nach der Zerstörung seines Hauses 1942 lebte er in Achenkirch (Tirol), ab 1946 in der Schweiz (meist Zürich). 1948/49 hielt er sich nochmals in Rom auf. Von 1958 bis zu seinem Tode lebte er in Baden-Baden. - Nach der inneren Emigration während der Zeit des Nationalsozialismus, den er aus seiner religiösen Haltung strikt ablehnte, wurde B. in der Zeit nach 1945 zu einem vielfach gewürdigten Autor (u.a. 1951 W.-Raabe-Preis Braunschweig, 1958 Orden Pour le merite, 1962 Schillerpreis) mit breiter literarischer Wirkung. - B. gehört zu den konservativen, christlich geprägten Schriftstellern seiner Zeit. Seine Bedeutung liegt vornehmlich im Bereich der Novellistik, deren Formtradition er aufnahm. Novellen wie Die drei Falken, Der spanische Rosenstock zeigen die "sich ereignete unerhörte Begebenheit", den "Falken", die "metaphysische Pointe". Auch pflegte er kompositorische Großformen wie Reihungen (Das Buch Rodenstein) und Zyklen (Der Tod von Reval). In der Lyrik wollte er, nach dem Vorbild Böhmes, alles als "ewig figürlich Gleichnis sehen", teils in liedhafter, teils in barocker Form, fast immer im Ton des Lobpreises (charakteristischer Titel: Die heile Welt). In den Romanen gestaltete er eschatologische Themen an historischen Stoffen (Der Großtyrann und das Gericht, Am Himmel wie auf Erden). In seinem Alterswerk, der Rittmeistertrilogie (Der letzte Rittmeister; Die Rittmeisterin; Der dritte Kranz), treten auch autobiographische Züge hervor. B. übersetzte russische Literatur (Tolstoj, Turgenev, Dostoevskij). Autorenlexikon/Systhema., ISBN-13: 9783423108157
4. Auflage. 318 Seiten. 18 cm. Taschenbuch. Kartoniert. Laminiert. Glanzfolienkaschierung.
[SW: Deutsche Literatur der 50-er Jahre, Literaturtheorie, Germanistik, Literaturkritik, Literaturgattungen, Literaturepochen, Literaturrezeption, Deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft, Literaturgeschichte, Literaturwissenschaften,]
Bergengruen, Werner: Das Tempelchen: Erzählung. Ein Buch der Arche. München: Nymphenburger Verlagshandlung, 1951.
Guter Zustand. Umschlag gealtert und Buchrücken gedunkelt. Seiten papierbedingt deutlich gebräunt. - Bergengruen, Werner, *16.1.1892 Riga, 4.9.1964 Baden-Baden. Sohn eines baltendeutschen Arztes; studierte nach der Schulzeit am Lübecker Katharineum in Marburg und Berlin Theologie, Germanistik und Kunstgeschichte. 1914 nahm er als Kriegsfreiwilliger auf deutscher Seite am 1.Weltkrieg teil und war 1919 Kornett in der Baltischen Landwehr. Seit 1920 arbeitete er als Journalist, zunächst in Tilsit und Memel, ab 1922 in Berlin. 1925 übernahm er die Redaktion der "Baltischen Blätter". Durch Reisen und längere Aufenthalte wurde ihm Italien zur zweiten Heimat; er verstand sich als eine "anima naturaliter catholica". 1936 konvertierte er offiziell zum Katholizismus. Im selben Jahr übersiedelte er nach Solln bei München; nach der Zerstörung seines Hauses 1942 lebte er in Achenkirch (Tirol), ab 1946 in der Schweiz (meist Zürich). 1948/49 hielt er sich nochmals in Rom auf. Von 1958 bis zu seinem Tode lebte er in Baden-Baden. - Nach der inneren Emigration während der Zeit des Nationalsozialismus, den er aus seiner religiösen Haltung strikt ablehnte, wurde B. in der Zeit nach 1945 zu einem vielfach gewürdigten Autor (u.a. 1951 W.-Raabe-Preis Braunschweig, 1958 Orden Pour le merite, 1962 Schillerpreis) mit breiter literarischer Wirkung. - B. gehört zu den konservativen, christlich geprägten Schriftstellern seiner Zeit. Seine Bedeutung liegt vornehmlich im Bereich der Novellistik, deren Formtradition er aufnahm. Novellen wie Die drei Falken, Der spanische Rosenstock zeigen die "sich ereignete unerhörte Begebenheit", den "Falken", die "metaphysische Pointe". Auch pflegte er kompositorische Großformen wie Reihungen (Das Buch Rodenstein) und Zyklen (Der Tod von Reval). In der Lyrik wollte er, nach dem Vorbild Böhmes, alles als "ewig figürlich Gleichnis sehen", teils in liedhafter, teils in barocker Form, fast immer im Ton des Lobpreises (charakteristischer Titel: Die heile Welt). In den Romanen gestaltete er eschatologische Themen an historischen Stoffen (Der Großtyrann und das Gericht, Am Himmel wie auf Erden). In seinem Alterswerk, der Rittmeistertrilogie (Der letzte Rittmeister; Die Rittmeisterin; Der dritte Kranz), treten auch autobiographische Züge hervor. B. übersetzte russische Literatur (Tolstoj, Turgenev, Dostoevskij). Autorenlexikon/Systhema.
Erste Auflage dieser Ausgabe. Lizenzausgabe. 46 Seiten. 20 x 12 cm. Farbiger Pappband mit Schutzumschlag.
[SW: Deutsche Literatur der 50-er Jahre, Literaturtheorie, Germanistik, Literaturkritik, Literaturgattungen, Literaturepochen, Literaturrezeption, Deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft, Literaturgeschichte, Literaturwissenschaften,]
Bergengruen, Werner: Das Buch Rodenstein. Berlin etc., Deutsche Buch-Gemeinschaft, 1959.
Seiten leicht gebräunt; Widmung a. Vorsatz; sonst gutes Exemplar
355 S. Hldr.
Bergengruen, Werner: Das Buch Rodenstein. München Deutscher Taschenbuch Verlag 1963
Br 8° Unterstreichungen u. Notizen im Buch. Beschädigt (fleckig)



