Barthez
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Rilliet, (Frederic) et Barthez, (Antoine-Charles-Ernest de): Traite clinique et pratique des maladies des enfants. Paris, Germer Bailliere, 1843.
Erste Ausgabe. - SGC I: I, 782 (Barthez); Garrison/Morton 6333 (Rilliet); Hirsch/H. IV, 816 (Rilliet); Hirsch/H. I, 355 (Barthez). - Der Genfer Arzt Frederic Rilliet (1814-61) befaßte sich hauptsächlich mit Kinderheilkunde und veröffentlichte eine Reihe von Arbeiten über diese Disziplin. Sein berühmtes, hier vorliegendes Hauptwerk, das er gemeinsam mit seinem Freund Barthez herausgab, wurde von der Academie des Sciences preisgekrönt. - Antoine-Charles-Ernest des Barthez (1811-91), war Arzt an den Pariser Hospitälern und Mitglied der Academie de Medecine. - Vorsatz mit Besitzvermerk 'Dr. Küttner, 1844'. - Teilw. stockfleckig.
3 Bde. (1 Bl.), XXXII, 850 S. - (2 Bl.), 782 S. - (2 Bl.), 743, (1) S. Pp. d. Zt., Grünschnitt (bestoßen).; 3. Aufl.
[SW: Pädiatrie]
Barthez, Paul Joseph: =: Portrait, Brustbild, Lithographie, 25.5 x 21 cm. Vigneron et Doin, Gallerie Medicale, 1825-29, Paris, Lith. de G.Engelman, 45,5 x 29,5 cm.
Paul Joseph Barhtez, "einer der berühmtesten französischen Ärzte aus dem Ende des (vor)vorigen Jahrhunderts, ist am 11. Deeember 1734 in Montpellier geboren. Seine Knabenjahre verlebte er in Narbonne, wohin sein Vater übergesiedelt war; von einer fast krankhaften Lernbegierde erfüllt, hatte der kaum 10 Jahre zählende Knabe ich hier mit den Schriften der bedeutendsten Dichter und Geschichtsschreiber des Alterthums und mit den Elementen der Mathematik und Physik bekannt gemacht. Später beschäftigte er sich in Toulouse mit den Studium der Rhetorik und Philosophie und beabsichtigte, sich nach Beendigung diese Vorstudien dem geistlichen Stande zu widmen, allein, dem Wunsche seines Vater nachgebend, wandte er sich dem Studium der Medicin zu und bezog zu diesen Zwecke in einem Alter von 16 Jahren die Universität seines Geburtsortes. Drei Jahre später (im August 1753) wurde Barthez zum Doctor der Medicin promovirt; in Jahre darauf ging er nach Paris, erwarb sich hier die Anerkennung und das Wohlwollen der hervorragendsten Gelehrten, so namentlich D'ALEMBERT'S, und an Befürwortung seiner Gönner wurde er, trotz seiner Jugend, von dem Minister d'Argenson zum Militärarzt bei dem in der Normandie stehenden Observations-Corps ernannt. Im Jahre 1757 zum consultirenden Arzte der Armee in Westphalen designirt, erkrankte er in Hannover am Typhus; unter WERLHOF'S Behandlung- genas er zwar, musste jedoch behufs vollkommener Wiederherstellung seiner Gesundheit nach Paris zurückkehren, wo er, aller Subsistenzmittel beraubt, sich zur Beschaffung seines Lebensunterhaltes literarisch-wissenschaftlichen Arbeiten hingab, namentlich als Redacteur im medicinischen Theile des Journal des savans thätig war, einen Commentar zu einer französischen Uebersetzung der Naturgeschichte des PLINIUS besorgte und eine Reihe von Artikeln für das Dictionnaire encyclopedique bearbeitete. - Im Jahre 1761 wurde Barthez, nachdem er in dem Concours einen glänzenden Sieg über seine Mitbewerber errungen, auf den durch den Tod von GHICOYNEAU erledigten Lehrstuhl als Professor der Medicin nach Montpellier berufen und erlangte hier alsbald nicht nur als Lehrer, und zwar in den verschiedensten Gebieten der Heilkunde, sondern auch als praktischer Arzt einen sehr bedeutenden Ruf, so dass die medicinische Facultät zu Montpellier, gerade unter seinem Einflüsse, zu einer der berühmtesten medicinischen Unterrichtsanstalten jener Zeit heranwuchs. - Aus dieser Periode seines Lebens, welche mit dem Jahre 1778 abschliesst, datirt ausser mehreren kleineren Arbeiten: "Diss. de morte" (1765) - "Oratio de princpio vitali hominis" (1773) - "Nova doctrina de functionibus corporis humani" (1774), sein Hauptwerk: "Nouveaux elements de la science de l'homme" (1778, 2. Aufl. 1806 in 2 Voll.). - Unerfüllt gebliebene Wünsche, welche er in Bezug auf eine Reform des medicinischen, besonders des klinischen Unterrichtes ausgesprochen hatte, Zerwürfnisse mit seinen Collegen, zum Theil aber auch wohl unbefriedigter Ehrgeiz veranlassten ihn, seine akademische und ärztliche Stellung aufzugeben und sich dein Studium der Rechtspflege zu widmen. - Im Jahre 1778 wurde er Licentiat der Rechte und 1780, nach Vertheidigung seiner Thesen über das französische Erbschaftsrecht, zum Rathe am königlichen Gerichtshofe in Montpellier ernannt. - Sein Bestreben ging dahin, eine Stellung in Paris zu gewinnen, und zwar umsomehr, als ihm auch dieser neue Lebensberuf nicht genügte. Er begab sich 1781 nach Paris, fand hier bei seinen früheren Gönnern, namentlich bei D'ALEMBERT, die freundlichste Aufnahme und hatte alsbald, auf Grund des Rufes, der ihm vorausging, das Glück, nach dem Tode von PRONCHIN, als Leibarzt des Herzogs von Orleans berufen zu werden; einige Jahre später wurde er zum Mitgliede der Academie des sciences erwählt, 1785 zum Kanzler der Universität von Montpellier, sodann zum Leibarzte des Königs und endlich zum Mitgliede des Gesundheits- und Staatsrates ernannt. - Nach Ausbruch der Revolution verliess er Paris, begab sich zuerst nach Narbonne, später nach Carcessonne, Toulouse und Montpellier, wo er als Privatarzt lebte; erst im neunten Jahre der Republik trat er wieder als Professor in die neu begründete medicinische Schule in Montpellier ein und verweilte hier, nachdem er im Jahre 1802 von dem ersten Consul neben CORVISART zum Arzte des Gouvernements, der höchsten medicinischen Civilstellung in der Republik, ernannt worden war, bis zum Jahre 1805. In dieser zweiten Periode seines Lebens hat er ausser einer Zahl kleinerer, in medicinischen und anderen wissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlichten Artikel, drei grössere Werke, die ausgezeichnete Schrift "Nouvelle mecanique des mouvements del'homme et des anirnaux" (1798, deutsch von SPRENGEL, 1800), ferner einen "Discours sur la genie d'Hippocrate" (1801) und endlich den bekannten und berühmten "Traite des maladies goutteuses" (1802, 2 Voll., deutsch von BISCHOFF, 1803) veröffentlicht. Bald nach seiner Rückkehr nach Paris stellten sich Beschwerden ein, welche auf Blasenstein schliessen liessen; trotz der sichergestellten Diagnose verweigerte er die Operation und so erlag er endlich nach schwerem Leiden am 15. October 1806. - Barthez war eine eigenthümlich veranlagte Natur. Von Feuereifer für die Wissenschaft erfüllt, verband er mit ungewöhnlicher Gedächtnisskraft, die so weit ging, dass D'ALEMBEET ihn seinen "Puits de science" nannte, und mit scharf kritischem Verstande einen unbegrenzten Ehrgeiz, der ihn trotz der grossen Erfolge, die er von Jugend an erzielte, und trotz der glänzenden Stellungen, welche ihm in Folge seiner Leistungen zu Theil wurden, keine Ruhe finden liess und schliesslich eine Reizbarkeit erzeugte, welche ihm das Leben verbitterte. Seine Unduldsamkeit und Herrschsucht machten ihn ungerecht nicht nur gegen seine wissenschaftlichen Gegner, sondern auch gegen andere grosse Männer, deren ruhmvolle Erfolge seinen Glanz zu beeinträchtigen drohten, so unter Anderen gegen BICHAT, den er für einen jungen Mann ohne Talent erklärte und von dem er sagte: " Sa reputation etait une des folies du siecle"; ebenso lebte er mit DUMAS, CABANIS, CUVIER, RICHERAND und Anderen stets auf dem Kriegsfusse, und an eine Ausgleichung dieser Differenzen war umsoweniger zu denken, als der Eifer für das Studium seinen Sinn für den gesellschaftlichen Verkehr während seines ganzen Lebens in einer für ihn wahrhaft charakteristischen Weise beeinträchtigt hatte. - Unter den Vertretern der Schule von Montpellier in ihrer Glanzperiode nimmt Barthez aber zwischen BORDEU und PINEL unbestritten eine der hervorragendsten Stellen ein. Er ist der wissenschaftliche Begründer des aus der STAHL'schen Theorie von der "Anima" hervorgegangenen und auf der HALLER'schcn Irritabilitäts- und Sensibilitätslehre gestützten "Vitalismus", der seine höchste Entwicklung in den Arbeiten BICHAT'S gefunden und später als "Lebenskraft" metamorphosirt die deutsche Medicin in den ersten Decennien dieses Jahrhunderts beherrscht hat. - Die organische Natur, sagt Barthez., unterscheidet sich von der unorganischen dadurch, dass in ihr eine Reihe von Erscheinungen und Veränderungen beobachtet werden, welche sich weder auf chemische, noch physikalische Vorgänge zurückführen lassen, sondern auf ein in derselben thätiges, eigentümliches Agens hindeuten, von welchem eben die lebendige Thätigkeit abhängig ist. In dem am höchsten organisirten Wesen, dem Menschen, ist dieses Agens ein doppeltes: die Seele, welche das geistige Leben beherrscht, und eine den einzelnen Theilen des Körpers beiwohnende Kraft, welche Barthez "Principe vital" nennt und welche die verschiedenen Organe oder Organtheile befähigt, je nach ihrer Structur verschiedenartige Functionen zu verrichten, die sich entweder in Form von Bewegung oder von Empfindung aussprechen. - Ueber die Natur dieses "Lebensprincipes" spricht sich Barthez nicht bestimmt aus; er lässt es dahin gestellt, ob dasselbe nur ein abstracter Begriff zur Bezeichnung der dem lebenden Körper immene...
BARTHEZ (Paul Joseph): Traite du beau dans la nature et dans les arts, ouvrage posthume de P.J. Barthez ( ). Mis en ordre et publie par son frere. Paris, Leopold Colin, 1807.
In-8, plein veau racine de l'epoque, dos lisse orne d'un riche decor de filets, roulettes croisees et petits fers speciaux, piece de titre de maroquin rouge, tranches citron (pet. accroc au plat sup.), viij, 465 et 32 p. de catalogue editeur. Edition originale posthume publiee par le frere de l'auteur, precedee d'une importante "Vie de l'auteur". Savant illustre, medecin de Napoleon, pere de la doctrine medicale de Montpellier, physiologique et Encyclopediste, Barthez est le fondateur de la doctrine vitaliste. Dans cet ouvrage erudit, il remet en cause l'idee d'un beau "absolu" qui courrait parmi ses contemporains, pour y voir une notion relative par excellence et analyser le sentiment du beau comme fruit de la "collaboration" entre le "sujet sentant" et l'objet contemple. "La beaute n'existe point par elle-meme et dans les objets que nous trouvons beaux (...), elle n'a d'existence que dans le sentiment que nous en avons" (p. 59). Bel exemplaire, frais, tres bien relie.
[SW: Philosophie, Beaux arts - Esthetique, Musique - Opera - Theorie musicale, Medecine, Dictionnaires - Encyclopedies - Dictionnaires biographiques, Lumieres - Encyclopedie,]
Rilliet, (Frederic) et Barthez, (Antoine Charles Ernest): Traite clinique et pratique de maladies des enfants. Paris, Germer Bailliere, 1843.
Garrison-M. 6333. - HOH 1811. - Wellcome II, 106 und IV, 529. - Hirsch V, 31 (für Rilliet). - Pagel 99 (für Barthez). - Erste Ausgabe. Eines der ersten umfangreichen pädiatrischen Handbücher. - Frederic Rilliet (1814-1861) stammte aus Genf, studierte in Paris, wo er in Zusammenarbeit mit dem aus Paris stammenden Barthez das vorliegende, in seiner Zeit stark beachtete Werk schrieb. - Einbände stark berieben und beschabt. Vorsätze mit handschriftlichen Besitzvermerken.
3 Bände. 8°. 1 Bl., XXXII S., 850 S., 1 Bl.; 2 Bl., 782 S.; 2 Bl., 743 S., 1 S. Errata. Pappbände der Zeit mit handschriftlichen Rückentiteln.
[SW: Pädiatrie / Paediatric]



