Arthur Koestler

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Die komplette (verschollene) Emigrationszeitschrift Die Zukunft. (Ein neues Deutschland: Ein neues Europa!). Organ der Deutsch-Französischen Union (Journal Anti-Hitlerien). Herausgeber: Willi Münzenberg. Chefredakteur: Arthur Koestler. Jahrgang 1 - 3, Nr. 1-18 = insgesamt 81 Nummern (alles Erschienene). Paris, Oktober 1938 bis Mai 1940. Faksimile 1978.
Qualitativ hochwertige Faksimileausgabe der verschollenen Emigrationszeitschrift (komplett, insgesamt 882 Seiten in einem Band gebunden). Das bedeutendste Kampfblatt der Emigrationszeit durfte damals zurecht beanspruchen, "die große europäische Tribüne in deutscher Sprache" zu sein. Sie kämpfte mit jeder Zeile gegen den Faschismus und Kommunismus sowjetisch-stalinistischer Prägung. Ein Querschnitt aus der Mitarbeiterliste macht deutlich, welch bedeutende Quelle zur deutschen Exilliteratur diese Zeitschrift darstellt: Max Beer, Julius Deutsch, Alfred Döblin, Lion Feuchtwanger, Sigmund Freud, Oskar Maria Graf, Emil J. Gumbel, Max Hodann, Alfred Kerr, Hermann Kesten, Arthur Koestler, Heinrich, Thomas, Klaus und Erika Mann, Ludwig Marcuse, Walter Mehring, Reinhold Niebuhr, Rudolf Olden, Hermann Rauschnig, Joseph Roth, Rene Schickele, Manes Sperber, Fritz Sternberg, Franz Werfel, Alfred Wolfenstein, Carl Zuckmayer, Hermynia Zur Mühlen, Arnold Zweig, Stefan Zweig etc. - Münzenberg - als herausragender Leitartikler der "Zukunft" - hält sich bis zum Hitler-Stalin-Pakt mit Kritik an der Sowjetunion und der KPD zurück. Danach greift er verstärkt an, kritisiert in seiner Austritterklärung (Austritt aus der KPD) die fehlende innerparteiliche Demokratie der KPD, die falsche Einheitsfronttaktik, den bürokratischen Apparat ("Zukunft" Jg. 2, Nr. 10 / 10.3.1939, S. 11). Der unaufrichtigen Lobpreisung des Paktes durch die KPD stellt er eigene Argumente entgegen. Stalin habe Hitler durch den Pakt den Weg nach Polen freigemacht und somit den Weltkrieg ausgelöst. Damit sei er ein Verräter der Arbeiterbewegung und der antifaschistischen Friedensfront. Die KPD habe sich jedes Recht auf eine Neugestaltung Deutschlands verwirkt ("Zukunft" Jg. 2, Nr. 38, 22.9.1939, S. 1 und Nr. 36, 6.9.1939, S. 4). - 1924-1933 war Münzenberg Reichstagsabgeordneter der KPD und seit 1927 ZK-Mitglied. In diesen Jahren baute er den berühmten "Münzenberg-Konzern" auf. Er dirigierte, von seinen politischen Gegnern - welche vorwiegend dem bürokratisch-orthodox-stalinistischen Lager angehörten - als der "rote Pressezar" apostrophiert, den "Neuen Deutschen Verlag", welcher unter vielen anderen, Zeitungen mit Riesenauflagen wie die "Welt am Abend", "Berlin am Morgen", die "Arbeiter-Illustrierte-Zeitung", die Zeitschrift "Roter Aufbau" etc. - 1933 emigrierte er nach Paris. Dort wurde er einer der Leiter des Welthilfskomitees für die Opfer des deutschen Faschismus und baute sogleich mit schier unerschöpflicher Energie wieder Verlage und Zeitungen zum Kampf gegen die nationalsozialistische Barbarei auf. Von Walter Ulbricht 1937 des Trotzkismus bezichtigt und längere Zeit geheimdienstlich beobachtet, wurde er 1938 aus dem ZK der KPD ausgeschlossen - dies geschah jedoch nie im Rahmen einer ordentlichen ZK-Tagung und durch keine ZK-Mehrheit, somit statutenwidrig. Als Begründung wurde u.a. Münzenbergs mangelnde Parteidisziplin herangezogen. In der Folge, und um dem Ausschluss aus der KPD zuvorzukommen, erklärte Münzenberg selbst im März 1939 seinen Austritt aus der KPD, der am 10. März 1939 in seiner vorliegenden, seit dem 12. Oktober 1938 herausgegebenen Wochenzeitung "Die Zukunft" abgedruckt wurde. - In dem vorliegenden - vorzüglich redigierten Kampfblatt mit Hauptstoßrichtung gegen die faschistischen Mächte sowie den Sowjetkommunismus wandte sich Münzenberg in brisanten Leitartikeln gegen den Stalin-Hitler-Pakt. Die DDR-Geschichtsschreibung darüber: "Er entwickelte sich zu einem extremen Antikommunisten und hetzte in der von ihm herausgegebenen Zeitung Die Zukunft' gegen die KPD, die UdSSR und die KI" (Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung, Biographisches Lexikon, Berlin/DDR 1970 S. 342). - Bemerkenswert ist das Titelbild der Nr. 4 (27. Januar 1939). Hierbei handelt es sich um die erstmalige geographische Darstellung der "Konzentrationslager Deutschland": (Von Hamburg-Fuhlsbuettel bis Dachau). - Münzenberg trat also für einen freiheitlichen Sozialismus und soziale Demokratie ein und lehnte die Diktatur des Proletariats ab. Er war Gegner des deutsch-sowjetischen Nichtangriffspaktes. In einem französischen Internierungslager festgehalten, floh Münzenberg im Juni 1940 beim Vorrücken der deutschen Truppen. Sein Tod im selben Monat auf dem Weg in die Schweiz ist bis heute ungeklärt. - Vgl. A. Huß-Michel, Literarische und politische Zeitschriften des Exils 1933-1945, S. 67 ff. - Dazu (als Beilage): Münzenberg, Wilhelm (Willi), Lebenslauf. (Faksimiliertes Typoskript.1918). 1972. 58 nicht paginierte Seiten. Beigefarbener Original-Karton mit schwarzer Typographie und gedruckter Signatur Münzenbergs auf dem Vorderdeckel sowie Münzenbergs Vita auf den Innendeckeln. Fol. (21 x 34 cm). - Bedeutendes Dokument vom späteren "fähigsten Gegenspieler Goebbels" (Gross). Der Lebenslauf gibt Auskunft über die ersten Jahrzehnte des Lebens eines Mannes, der als hoher Funktionär der KPD und der Komintern in der Politik eine bedeutende Rolle spielte, der in Paris mit zahlreichen Publikation seines Verlages "Edition du Carrefour" unübertrefflich den Nazipropaganda-Apparat und die Psychologie der Nazi-Herrschaft (1937) entlarvte. Seine wichtigsten Veröffentlichungen waren u. a. "Die Zukunft, Jounal Anti-Hitlerien" (zusammen mit Arthur Koestler hrsg.), "Propaganda als Waffe", "Braunbuch über den Reichstagsbrand", "Das braune Netz" etc. - Das Original-Typoskript des "Lebenslaufes" befindet sich im Staatsarchiv des Kantons Zürich. Dem Schweizer Sozialarchiv ist es zu verdanken, daß diese Hektographie in der erhaltenen ("originalen") Form reproduziert und publiziert werden konnte. Der junge Willi Münzenberg verfaßte diese biographische Skizze, die seinen Weg zum Kommunismus bis zum Eintritt in den Erfurter sozialdemokratischen Arbeiterbildungsverein (1906) nachzeichnet, entweder während seiner ersten Inhaftierung in der Polizeikaserne Zürich, Ende November 1917 bis März 1918, oder während seiner zweiten Zuchthaushaft, die vom Mai 1918 bis zu seiner Ausweisung aus der Schweiz am 10. November 1918 dauerte. - Willi Münzenberg (gebürtiger Erfurter) trat 1906 Münzenberg in einen Arbeiterbildungsverein (namens "Propaganda") ein, wurde nach knapp einem Jahr Vorsitzender und schloss ihn mit neuem Namen "Freie Jugend Erfurt" dem norddeutschen Jugendverein an. Nachdem er Agitator geworden war, wollte ihm kein Erfurter Betrieb mehr Arbeit geben, es folgten Monate als Wandergeselle. Von August 1910 bis Ende 1913 arbeitete er als Hilfskraft in einer Zürcher Apotheke in der Schweiz. Dort schloss er sich einer Gruppe der sozialistischen Jugendorganisation der Schweiz an und beschäftigte sich intensiv mit der in anarchistischen Kreisen gängigen Literatur wie die "Gegenseitige Hilfe" von Pjotr Kropotkin, "Der Einzige und sein Eigentum" von Max Stirner oder die "Propaganda der Tat" von Johann Most. Ende Juli 1912 wurde er Mitglied des Zentralvorstands der sozialistischen Jugendorganisation der Schweiz und Redakteur der Monatszeitschrift "Die freie Jugend". Im Ersten Weltkrieg leitete er das Internationale Jugendsekretariat in Bern und lernte Lenin kennen. Nach einem Gefängnisaufenthalt wurde Münzenberg am 10. November 1918 als "missliebiger Ausländer" und "Anhänger der Oktoberrevolution" der Schweiz verwiesen. Er schloss sich in Berlin dem Spartakusbund an. 1919 wurde er zum Vorsitzenden der Kommunistischen Jugendinternationale (KJI). - Auf Wunsch senden wir Ihnen gerne Fotos zu (JPG). Versand kann nur als DHL-Paket erfolgen

Mit einer Einleitung von Arthur Koestler (Koestler über Münzenberg) und einem neuerstellten Inhaltsverzeichnis. XXXIV, 848 S. Illustrierter Original-Halbleinenband. Folio. Mit Beilage (siehe Beschreibung unten).

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Koestler, Arthur: Auf fremden Plätzen : Bericht über die gemeinsame Zeit. Arthur u. Cynthia Koestler. [Hrsg., mit e. Vorw. u. e. Epilog vers. von Harold Harris. Übers. von Liesl Nürenberger]. Wien , München , Zürich : Europaverlag, 1984,. ISBN: 3203508842
1984. Leinwand (ohne Schutzumschlag), 264 Seiten. Etwas angestaubt, Buchdeckel sperrig (verwölbt), Umschlagbild auf vord. Spiegel, Klappen auf hint. Spiegel montiert, kleine Macken am Kopfschnitt. Im Ganzen zufriedenstellendes, eher ungelesenes Exemplar. Stranger in the square <dt.

264 S. , 21 cm, 8°, Leinen,

[SW: Koestler, Arthur , Koestler, Cynthia , Lebenserinnerungen / Schriftsteller / Einz. Pers. - Koestler, A. , Lebenserinnerungen / Frauen / Einz. Pers. - Koestler, C. , Lebenserinnerungen / Journalisten, Publizisten / Einz. Pers. - Koestler, A. , Koestler, Arthur]

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Prinz, Elisabeth: Im Körper des Souveräns Politische Krankheitsmetaphern bei Arthur Koestler, BRAUMÜLLER UNIVERSITÄTS-VERLAGSBUCHHANDLUNG, 031 ISBN: 3700317344
Diese Arbeit beschäftigt sich mit Arthur Koestler als Intellektuellem vor und während des Kalten Krieges: seinen politischen Eingriffen und literarischen (Schnitt-)Techniken, mit denen er gegen den Totalitarismus als metaphorisierte Krankheit des politischen Körpers operiert.Arthur Koestler hat vor allem mit seinen politischen Romanen von 1940 bis 1955 in Europa für Furore gesorgt. Die Analyse nimmt diese Erfolgsgeschichte eines Grenzgängers entlang von Arzt- und Patientenzuschreibungen in den Blick und legt die antidemokratische Bildtradition der verwendeten Krankheitsmetaphern frei. Erst durch diese Kontextualisierung ist es möglich, sich dem spezifischen Schreibverfahren des Autors anzunähern und ein Spannungsfeld aus literarischen Texten, intertextueller Diskurstradition und zeitgenössischer Rezeption aufzubauen.

NEUBUCH! 2011. 320 S. 230 mm 230 mm x 160 mm; Wiener Arbeiten zur Literatur Bd.25

[SW: Koestler, Arthur]

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Koestler, Arthur: Gesammelte autobiographische Schriften in zwei Bänden. Band 1: Frühe Empörung. Band 2: Abschaum der Erde. Aus dem Englischen übertragen von Eduard Thorsch, Franziska Becker und Heike Curtze. Mit einigen s/w-Fotos auf Tafeln. Buch Ex Libris Verlag (Lizenz des Molden Verlags) Lizenzausgabe 1970-1971 Zürich
552, 552S. 8°

Leinen Zwei fadengeheftete, geprägte Ganzleineneinbände mit Schutzumschlag. Die Umschläge nachgedunkelt, zwei kleine Fleckchen auf dem Titelblatt des ersten Bandes, ansonsten rundum guter Zustand. Arthur Koestler, CBE (* 5. September 1905 in Budapest, Österreich-Ungarn; 3. März 1983 in London) war ein deutschsprachiger Schriftsteller. Er schrieb vorwiegend auf Deutsch und Englisch, vereinzelt auch auf Französisch und Ungarisch. Seine Zeitgenossen sahen ihn als bedeutendsten Renegaten der Kommunistischen Partei, der er sieben Jahre lang angehörte. Koestler war der Sohn eines deutschsprachigen jüdischen Industriellen und erlebte in Ungarn das Ende der Habsburgermonarchie, sowie die kommunistische Revolution unter Bela Kun. Während der rumänischen Besetzung von Budapest im Jahr 1919 zog er mit seiner Familie nach Wien und studierte dort ab 1922 Ingenieurwissenschaften, parallel dazu aber auch Philosophie und Literaturwissenschaft. Mitte der zwanziger Jahre begeisterte er sich für den Zionismus, dem er einen radikalen Bruch mit der Geschichte des europäischen Judentums zutraute. Er brach das Studium kurz vor dem Examen ab und ging 1926 nach Palästina, wo er aber Schwierigkeiten hatte, sich in den oft eintönigen Kibbuz-Alltag zu integrieren. Von dort aus schickte er Reportagen an den Ullstein Verlag in Berlin, die in dessen Vossischer Zeitung veröffentlicht wurden. 1930 zog er nach Berlin, wo er stellvertretender Chefredakteur der B.Z. am Mittag wurde und als außenpolitischer Redakteur arbeitete. In dieser Eigenschaft überflog er 1931 mit dem Luftschiff Graf Zeppelin den Nordpol. Im selben Jahr, noch während er für den liberalen Ullstein-Verlag arbeitete, trat er der KPD bei, ohne es bekanntzugeben. 1932/33 bereiste er die Sowjetunion, wobei es in Aschchabad, der Hauptstadt Turkmenistans, zu einer zufälligen Begegnung mit Langston Hughes kam. Koestler nahm die katastrophalen Zustände in der Sowjetunion zwar wahr (es herrschte gerade eine Hungersnot, die Millionen von Opfern forderte); er blieb aber zunächst dem Kommunismus verbunden, da er die Verhältnisse, die er beobachtete, noch als unvermeidliche "Nachwehen" der Revolution ansah und auf eine Verbesserung hoffte. Von 1934 bis 1936 arbeitete er für den von Sandor Rado in Paris herausgegebenen Pressedienst Inpress. 1937, während des Spanischen Bürgerkriegs, ging Koestler als Kriegsberichterstatter nach Spanien, wo er von den Truppen Francos gefangengenommen und als Spion zum Tode verurteilt wurde. Die Briten erreichten jedoch auf dem Wege eines Gefangenenaustauschs seine Freilassung. Diese Erlebnisse hat er in seinem Spanischen Testament literarisch verarbeitet. Unter dem Eindruck der großen stalinistischen Säuberungen und Schauprozesse wandte sich Koestler 1937/38 vom Kommunismus ab. Mit Willi Münzenberg gründete er 1938 die antifaschistische und antistalinistische Zeitschrift Die Zukunft. Seine Abrechnung mit dem Kommunismus vollzog er in dem Buch Sonnenfinsternis (englischer Titel Darkness at Noon), das 1940 in England erschien und ein internationaler Bestseller wurde. Die Hauptfigur dieses Romans, inspiriert von alten Bolschewiki wie Nikolai Bucharin und Karl Radek, die Opfer der Moskauer Prozesse wurden, personifiziert die willenlose Unterwerfung des Individuums unter eine mörderische politische Maschinerie. Gleichzeitig brachte Koestler unter dem Titel Der Yogi und der Kommissar Essays heraus, die die Inhumanität der kommunistischen Partei der Sowjetunion und des Moskauer Regimes bloßlegen sollten. 1939/1940 im französischen Lager Le Vernet interniert, lebte und arbeitete Arthur Koestler ab 1940 in England. Er freundete sich dort mit George Orwell an, der in mancher Hinsicht eine ähnliche Entwicklung hinter sich hatte. Koestler war zunächst als Journalist für die News Chronicle tätig, schrieb später für zahlreiche englische und amerikanische Zeitschriften. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte er nach Frankreich zurück und verkehrte unter den Linksintellektuellen um Simone de Beauvoir und Jean-Paul Sartre. In Beauvoirs Schlüsselroman Die Mandarins von Paris wird eine Figur, nämlich Scriassine, mit Koestler identifiziert. Weitere Erfolge Koestlers als Romanautor waren der Spartacus-Roman Die Gladiatoren (1939) und Gottes Thron steht leer (1951). Ab 1954, mit etwa fünfzig Jahren, wandte er sich von der Belletristik und der Politik ab und naturwissenschaftlichen und parapsychologischen Themen zu. 1959 erschien Die Nachtwandler, eine Geschichte der Astronomie, die sich auf den Übergang vom geozentrischen zum heliozentrischen Weltbild konzentriert. 1960 veröffentlichte Koestler The Lotus and the Robot (auf Deutsch 1961 unter dem Titel Von Heiligen und Automaten), in dem er sich mit östlichen Weisheitslehren beschäftigt. Kritik erfahren darin westliche Anhänger des Buddhismus - so z. B. Christmas Humphreys und Eugen Herrigel -, aber auch D. T. Suzuki, deren Äußerungen Koestler häufig als Mystifizierungen eher banaler Einsichten charakterisiert. In seinen Büchern The Act of Creation (1964; deutsch: Der göttliche Funke) und The Ghost in the Machine (1967; deutsch Das Gespenst in der Maschine, 1968) stellte er seine Theorien über Bisoziationen, Offene Hierarchische Systeme und Holone vor. 1968 organisierte er ein internationales Symposium im Rahmen des Europäischen Forums Alpbach. Die dort gehaltenen Vorträge sind in dem zusammen mit J. R. Smythies herausgegebenen Band Das neue Menschenbild (englisch: Beyond Reductionism) veröffentlicht worden. Mittlerweile zu einem der bedeutendsten und erfolgreichsten Schriftsteller englischer Sprache avanciert, erregte Koestler in den 1970er Jahren Aufsehen mit seiner Paul-Kammerer-Biografie Der Krötenküsser (1971) und mit Der dreizehnte Stamm (1976), das die These enthielt, das östliche Judentum stamme von dem Volk der Chasaren ab, was in Israel Verärgerung auslöste. Ebenfalls zu dieser Zeit manifestierte sich sein Interesse für Parapsychologie. Koestler hatte 1937 in seiner spanischen Todeszelle ein mystisches Erlebnis, als er Euklids Beweis, dass es unendlich viele Primzahlen gibt, rekonstruierte. 1952 wurde er Mitglied der Society for Psychical Research (SPR). In Der Krötenküsser behandelte er Paul Kammerers Theorien zum "Gesetz der Serie", dem Phänomen der "sinnvollen Zufälle" bzw. der "Synchronizitäten" (in Carl Gustav Jungs Terminologie). Im darauffolgenden Buch The Roots of Coincidence (deutsch: Die Wurzeln des Zufalls) vertiefte Koestler dieses Thema und verknüpfte es mit der Quantenphysik. Mitte der 1970er Jahre gründete er mit Brian Inglis und Tony Bloomfield die KIB Foundation (nach Koestlers Tod Koestler Foundation) zur Förderung von "Forschungen auf Gebieten, die jenseits der Grenzen der orthodoxen Wissenschaft liegen". Koestler sprach fließend Deutsch, Ungarisch, Englisch und Französisch, verfügte aber auch über Russisch-, Hebräisch- und vermutlich auch Jiddischkenntnisse. Er lebte in Ungarn, Österreich, Deutschland, Palästina, der Sowjetunion, England, Wales, Frankreich und den USA. Seine Mehrsprachigkeit schlug sich auch in seinem Werk nieder. Die Gladiatoren und Sonnenfinsternis schrieb er auf Deutsch (die Originalmanuskripte gingen auf der Flucht aus Frankreich verloren, die heute bekannte deutsche Version ist eine Rückübersetzung aus dem Englischen). Ein Mann springt in die Tiefe (Arrival and Departure) verfasste er auf Englisch. Koestler war dreimal verheiratet: von 1935 bis 1950 mit Dorothy Asher, von 1950 bis 1952 mit Mamaine Paget und von 1963 bis zu seinem Tod mit Cynthia Jefferies. Parallel hatte er auch eine kurze Liaison mit der französischen Philosophin Simone de Beauvoir, die möglicherweise die auf Gegenseitigkeit beruhende Abneigung zwischen Koestler und Jean-Paul Sartre, dem Lebensgefährten Beauvoirs, erklärt. 1972 wurde er mit dem britischen Titel CBE geehrt. 1981 ließ sich Koestler zum Vizepräsidenten der britischen Freitod-Vereinigung EXIT wählen, und am 3. März 1983 schied er gemeinsam mit seiner zweiundzwanzig Jahre jüngeren dritten Ehefrau Cynthia durch Suizid aus dem Leben. Er litt an der Parkinson-Krankheit und an Leukämie. Sein Vermögen stiftete er für die Einrichtung eines Lehrstuhls für Parapsychologie, der durch die Vermittlung seines Testamentsvollstreckers John Beloff zwei Jahre später an der University of Edinburgh eingerichtet wurde. Zwölf Jahre nach Koestlers Tod beschuldigte Michael Foot ihn in der Financial Times, Koestler habe versucht, Foots Ehefrau Jill Craigie zu vergewaltigen. In seiner Koestler-Biografie von 1998 erhärtete David Cesarani die Anschuldigungen, was dazu führte, dass eine in der University of Edinburgh aufgestellte Koestler-Büste entfernt wurde.

[SW: Autobiographien | Arthur Kostler]

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