Aristoteles
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Aristoteles Lee, Jae-Hyun: Der philosophische Sinn der Aporie bei Aristoteles. (BOETHIANA 91). Hamburg: Kovac 2010.
"Aporie" bietet uns ein Bild für einen ungangbaren, unwegsamen Zustand eines Weges zum Zweck des Durchgangs. Daher bedeutet es eine physische Situation eines mangelnden Dinges oder eine psychische Situation eines unfähigen oder zweifelnden oder unwissenden Menschen bezeichnet. Der philosophische Sinn der Aporie bei Aristoteles hängt mit der voraristotelischen Entwicklung der methodisch gebrauchten Aporie zusammen. Denn die Aporie bezieht sich auf die Dialektik, deren Grundstein schon von Sokrates gelegt und deren Anwendung von Platon und Aristoteles wissenschaftlich entwickelt wurde. Aus diesem Grund gliedert der Verfasser das Buch in die folgenden drei Teile und bezweckt damit, das umfangreiche und kritische Problembewusstsein des Aristoteles und die davon entwickelte Methodik seiner Philosophie historisch und systematisch darzulegen. In Teil I handelt sich um voraristotelischen Sinn der Aporie. Hier werden die Grundbedeutung der Aporie und ihre Metaphern zunächst in der altgriechischen Umgangssprache analysiert und dann einen dramatischen Sinn der Aporie in der altgriechischen Tragödie dargestellt. Somit geht Teil I auf seinen Hauptinhalt ein. Dafür wird zunächst untersucht, wie die Aporie bei Parmenides und Heraklit von ihrer umgangssprachlichen Bedeutungen her eine existenzielle Erfahrung menschlicher Grundsituation bedeutet, und dann, wie es von Sokrates und Platon in epistemologischem Sinne angenommen wird und auf welche Art und Weise die epistemologische Aporie als eine Bezeichnung für ein wichtiges Moment in der Methodologie philosophischer Argumentation betrachtet wird. Damit wird erwartet, dass die methodische Funktion der Aporie bei Sokrates und Platon durch ihre Dialektik erklärt werden kann. Teil II beinhaltet Semantik der Aporie bei Aristoteles. Die Untersuchung wird philologisch durchgeführt, um Aristoteles' Gebrauchsweise der Aporie in seinen Werken nach verschiedenen Sinnbereichen einzuordnen und daher ihre verschiedenen Bedeutungen zu analysieren. Somit wird deutlich gemacht, dass Aristoteles die Aporie überwiegend als Terminus technicus gebracht, der nicht nur einen epistemologischen Sinn bezeichnet, sondern auch methodologisch in Verbindung mit der Dialektik funktioniert. In Teil III wird Methodik der Aporie bei Aristoteles bezüglich seiner Dialektik untersucht. Die Untersuchung geht vom aristotelischen Werk >Topik< aus und wird die dialektische Bedeutung der Aporie gesucht, indem die vielfältigen Charakteristiken der Aporie aus den dialektischen Regeln dargestellt werden und ihre Funktionen für die dialektische Disputation erklärt werden. Im nächsten Schritt wird die Methodik der dialektischen Aporie, nämlich die dialektische Aporetik, geklärt. Dafür weitert sich die Untersuchung von der >Topik< zu anderen für die Aporetik wichtigen aristotelischen Texten. Das Ziel besteht also darin, Regeln und Funktionen der Aporetik anhand der von Aristoteles selbst in der >Topik< entwickelten Theorie der Dialektik zu rekonstruieren. Zum Schluss werden die Untersuchungen in Teil III resümiert. Dafür werden drei Modelle der dialektischen Aporetik bei Aristoteles aus den Ergebnissen der Gesamtuntersuchung formal erfasst und ihre Praxis wird durch 15 Beispiele aus den verschiedenen Werken des Aristoteles faktisch erwiesen.
450 S. Br. *verlagsneu*
[SW: Philosophie; Philosophie, Religionen]
Aichele, Alexander: Ontologie des Nicht-Seienden Aristoteles Metaphysik der Bewegung, VANDENHOECK & RUPRECHT, 089 ISBN: 3525305222
In seiner Physik entwirft Aristoteles eine Theorie des von Natur aus Seienden. Sie begreift die erkenntnisunabhängige Realität als bestimmbare Bewegung und einzelne Dinge als Resultat von Bewegungsbestimmungen. Dies geschieht vermittels der Unterscheidung der Begriffe von dynamis, energeia und entelecheia, die seine weiteren Schriften zur Naturforschung fundieren. Ein systematischer Durchgang durch deren Gegenstände - Körper, Seele, Gott - zeigt, dass zu deren Erfassung die Annahme transzendenter Entitäten unnötig ist. Die aristotelische Physik bietet somit eine Metaphysik ohne Transzendenz. Die aristotelische Physik ist, was die Erklärung einzelner physikalischer Phänomene angeht, spätestens seit Kopernikus und Newton völlig überholt. Dies gilt jedoch nicht für Aristoteles' Analyse des Begriffs der Bewegung, der das von Natur aus Seiende bzw. die Realität selbst erfasst. Das Interesse, das die Untersuchung bewegt, ist daher ein metaphysisches. Es soll nämlich gezeigt werden, dass Aristoteles mit seinen in der Physikvorlesung entwickelten begrifflichen Mitteln einen realistisch verstandenen Substanzbegriff im Sinne eines für sich bestehenden, wohldefinierten physischen Objekts unterläuft. Versteht man nun alles, was es gibt, als von sich aus bestimmten Gegenstand, wird ein Unternehmen, das diesen Begriff unterschreitet, indem es dasjenige aufzufinden sucht, was bestimmter Gegenständlichkeit selbst noch zugrunde liegt, zu einer "Ontologie des Nicht-Seienden" führen. Sie geht davon aus, dass es sein könnte, dass bestimmte Gegenständlichkeit erst das Resultat einer Bestimmung darstellt, die sich auf unabhängig von dieser Bestimmung Vorliegendes und damit zunächst Unbestimmtes bezieht. Aristoteles arbeitet ebendiese Möglichkeit in seiner Physik vermittels der Unterscheidung der Begriffe von dynamis, energeia und entelecheia heraus und legt sie seine weiteren Schriften zur Naturforschung zugrunde. Dies führt zur Frage, ob das von diesem Modell beanspruchte Erklärungspotentials hinsichtlich des von Natur aus Seienden die Annahme transzendenter Entitäten erfordert, die unabgängig vom Natur aus Seienden bestünden. Es wird sich zeigen, dass die aristotelische Naturforschung solches weder voraussetzt noch dessen bedarf, da dessen Behauptung die menschlichen Erkenntnismöglichkeiten unzulässig überschritte. Es ergibt sich daher das Modell einer Metaphysik ohne Transzendenz.
NEUBUCH! 2009. 540 S. 23,5 cm 241 mm x 169 mm x 40 mm; Neue Studien zur Philosophie Bd.021
[SW: Metaphysik (Aristoteles),Bewegung, Aristoteles]
Jung, Christian: Die doppelte Natur des menschlichen Intellekts bei Aristoteles Epistemata Philosophie 490, KÖNIGSHAUSEN & NEUMANN, 120 ISBN: 382604407X
Die Intellektlehre des Aristoteles ist seit der Antike kontrovers. Insbesondere in der Frage nach dem aktiven Intellekt herrscht keine Einigkeit: Ist er Teil der Seele oder von ihr getrennt Wie verhält er sich zum passiven Intellekt Ist er identisch mit dem Gott der Metaphysik Antworten auf diese Fragen erfordern ein akribisches Textstudium. Daher wird in dieser Arbeit zunächst der grundlegende Text, De anima III 4-5, im bereinigten Original gegeben, übersetzt, kommentiert und interpretiert. Dabei werden die klassischen Fragen der Interpretationsgeschichte seit der Antike behandelt. Es folgt eine Untersuchung des Intellektbegriffs in anderen Werken des Aristoteles, v.a. Zweite Analytiken, Nikomachische Ethik und Metaphysik. Aus diesem Gesamtbefund ergibt sich die Auffassung des Autors, dass Aristoteles den aktiven Intellekt als unsterbliches Aktualitätsprinzip in der Seele konzipiert. In dieser und manch anderer Hinsicht ist Aristoteles Platon verpfl ichteter, als oft angenommen wird. Auch die Auffassung etwa, dass dem aktiven Intellekt bei Aristoteles eine Abstraktionstätigkeit zukomme, erweist sich am Text als haltlos. Das vorliegende Buch will zunächst vor allem Textquelle für ein intensiveres Studium dieser für die abendländische Philosophie zentralen Texte sein, die durch einen philologischen und inhaltlich umsichtigen Kommentar erschlossen werden.
NEUBUCH! 2010. 240 S. 235 mm 233 mm x 159 mm x 20 mm; Epistemata, Reihe Philosophie Bd.490
[SW: Intellekt, Aristoteles]
Fritz, Kurt von: Beiträge zu Aristoteles. Berlin ; New York : de Gruyter, 1983. ISBN: 3110097265
Ein gutes und sauberes Exemplar. - The Actuality of Classical Studies: Aristotle's Topics and the Research of K. Lorenz -- Zur Interpretation des fünften Buches von Aristoteles' Nikomachischer Ethik -- Ein kleiner Beitrag zur Interpretation des 25. Kapitels von Aristoteles' Poetik -- Versuch einer Richtigstellung neuerer Thesen über Ursprung und Entwicklung von Aristoteles' Logik -- Dialogos. Festschrift für Harald Patzer zum 65. Geburtstag (Wiesbaden 1975) -- Aristotle's Anthropological Ethics and its Relevance to Modern Problems -- Der Sinn der Aristotelischen Methode des typo perilabein archaiodeoxeia -- Aristotle's Contribution to the Practice and Theory of Historiography -- Teleologie bei Aristoteles -- Die Naturphilosophie des Aristoteles -- Wissenschaft und Episteme -- Wissenschaftliche und außerwissenschaftliche Rationalität -- Rezensionen: Max Hamburger: Morals and Law: The Growth of Aristotle's Legal Theory -- J. M. Bremer: Hamartia. Tragic Error in the Poetics of Aristotle and in Greek Tragedy -- Dorothea Freede: Aristoteles und die ,Seeschlacht'. Das Problem der Contingentia futura in De Interpretatione 9 -- Renate Zoepffel: Historia und Geschichte bei Aristoteles -- Wolfgang Kullmann: Wissenschaft und Methode. Interpretationen zur Aristotelischen Theorie der Naturwissenschaft. ISBN 3110097265 - , ISBN-13: 9783110097269
VI, 212 S. Originalleinen.
[SW: Philosophie, Philosophische Wissenschaften, Psychologie]



