Anton Wie Krieg Sein Ende
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Elgar, Edward: Coronation Ode op.44, God save the Queen, Coronation March op.65 Coronation Ode op.44, God save the Queen, Coronation March op.65,
S. 132, Sir Edward William Elgar (geb. Lower Broadheath bei Worcester, 2. Juni 1857 - gest. Worcester, 23. Februar 1934) Coronation Ode op. 44 (1902) God Save The Queen (1902) Coronation March op. 65 (1911) Elgar und die Eduardische Ära Victoria wurde 1837 Königin; sie starb am 22. Januar 1901. Damit war und ist sie bis heute das britische Staatsoberhaupt mit der längsten Regentschaft überhaupt. Ihr ältester Sohn, der Prince of Wales, wurde zwar im Alter von 59 Jahren mit dem Tod seiner Mutter automatisch König Edward VII., doch gemäß der Verfassung mußte die formale Krönung durch den Erzbischof von Canterbury in Westminster Abbey erfolgen, für die der 26. Juni 1902 festgesetzt wurde. Der Auftritt des neuen Königs gab den Zeiten, die schon aufregend genug waren, noch einen Extra-Kick: Das Ende der Viktorianischen Ära fiel beinahe zusammen mit dem Ende des alten Jahrhunderts. Großbritannien war auf der Höhe seiner imperialen Macht und zugleich die führende und reichste Industrie-Nation. Ein Viertel der Weltbevölkerung nannte sich selbst britisch, was damals als allgemeines Gütesiegel verstanden wurde. Stabile Verwaltung und Institutionen dienten der Gesellschaft als Schutz vor revolutionärem Druck, wie er zum Beispiel 1905 in Russland aufkam. Allerdings gab es durchaus Ängste: Anzeichen heimischer Unruhe waren beispielsweise die Wahl der ersten sozialistischen Parlamentarier und der Druck, ein Frauen-Wahlrecht zu schaffen. Der Krieg in Süd-Afrika forderte das Empire weit mehr als erwartet und trug dem kleinen Mann das Opfer junger Männer im Ausland ein. Auch die wachsende Industrie- und Seemacht des jungen deutschen Kaiserreichs gab Anlaß zur Sorge - für viele Leute keineswegs nur freundschaftliche Rivalität. Elgars eigener Werdegang wies viele Parallelen zu diesen wechselvollen Zeiten auf: Er verbrachte sein Erwachsenen-Dasein vor seiner Verlobung mit Caroline Alice Roberts im Jahr 1888 als Provinz-Musiker, Lehrer für Geige und Klavierbegleitung bessergestellter Bürger von Worcester und Malvern sowie Gelegenheits-Mucker in verschiedenen Orchestern vor Ort (z. B. unter Anton Dvorak in Worcester und Birmingham anläßlich dessen Gastspiele der Jahre 1884 und 1886). Die Hochzeit mäßigte seine praktischen Ambitionen, doch erkämpfte er sich Anerkennung als Komponist und bekam allmählich Aufträge der Chorfeste in Worcester und Leeds, so daß die 1890iger Jahre die Produktion der Froissart-Ouvertüre, die Streicherserenade e-moll und die Chorwerke The Light of Life, The Banner of St George, King Olaf und Caractacus erlebten. Letzteres Werk entstand zum diamantenen Krönungsjubiläum von Victoria im Jahr 1897 und wurde sofort ein Erfolg, mit Aufführungen durch Chor-Vereinigungen im gesamten Land. Aufgrund dessen wurde Elgar beauftragt, ein Werk zum Birmingham Festival 1900 beizusteuern, das der große Wiener Dirigent Dr. Hans Richter uraufführen sollte. Er begann sofort mit dem Libretto des Oratoriums The Dream of Gerontius, doch noch bevor er mit der musikalischen Ausarbeitung begann, beendete er jenes Werk, das seinen Abschied von Malvern und den Schlüssel zum internationalen Ruhm bedeutete - die Enigma-Variationen op. 36, die schon im Juni 1899 von Richter uraufgeführt wurden. The Dream of Gerontius folgte ein Jahr später, und angespornt durch seinen breiten und raschen Aufstieg produzierte Elgar in schneller Folge den Liederzyklus mit Orchester Sea Pictures, die Cockaigne-Ouvertüre und die ersten zwei der auf insgesamt sechs angelegten Militärmärsche namens Pomp and Circumstance (fünf davon beendete er selbst, den letzten im Jahr 1930; eine posthume Vervollständigung des sechsten nach den Entwürfen wurde im Jahr 2006 von Anthony Payne vorgelegt, der auch mit seiner kongenialen Ausführung der dritten Sinfonie Elgars nach den Original-Skizzen international bekannt wurde). Die ersten zwei wurden im Oktober 1901 erstaufgeführt, und der erste erwies sich schon bald als so populär, wie er es noch heute ist - insbesondere durch die Melodie im Trio, von der Elgar sagte, sie würde die Leute "umhauen, einfach umhauen", und die er, wie er später bekannte, "schon zwanzig Jahre lang in der Tasche mit sich herumgeschleppt" hatte. Sie war es auch, die ihn zur späteren Coronation Ode inspirierte - zu einer Zeit übrigens, als er sich mit seinen Verlegern, den Novello-Brüdern, verkracht hatte, woraufhin ausgerechnet seine erfolgreichen Werke von den Sea Pictures bis hin zu Land of Hope and Glory bei Boosey & Hawkes erscheinen sollte. Elgars Aufstieg zu nationalem und internationalem Ruhm wird also fast genau vom beginnenden Jahrhundert und der neuen Regentschaft widergespiegelt, die Jahre seines größten Ruhms von der Eduardischen Ära und den Jahren des ersten Weltkriegs. Dabei reflektierte seine Musik zugleich die paradoxen Widersprüchlichkeiten ihrer Zeit, als Optimismus mit Pessimismus durchsetzt war, Hoffnung durch Verzweiflung verdunkelt wurde, und Unschuld durch Erfahrung verloren ging. Coronation Ode, op. 44 (1902) Die Geschichte begann mit dem König selbst: Bei einem Empfang bei Hofe im November 1901 schlug Edward VII. vor, die Melodie im Trio des ersten Pomp and Circumstance Marsches mit einem Text zu unterlegen. "Das Lied wird um die Welt ziehen", meinte der König. Kurz darauf wurde Elgar von Henry Higgins, dem Direktor des Royal Opera House (dem übrigens George Bernard Shaw in seinem Pygmalion ein unvergessliches Denkmal setzte), beauftragt, ein Werk zur Feier der bevorstehenden Krönung zu schreiben, das in einer Gala in Covent Garden am Krönungstag uraufgeführt werden sollte. Elgar entschied, dafür dem Vorschlag des Königs zu folgen. Sein deutscher Freund August Jaeger, Editionsleiter bei Novello (und identisch mit der verschlüsselten Figur Nimrod in den Enigma-Variations), war skeptisch: "Ich sage Dir, Du wirst eine andere Melodie schreiben müssen ... Ich habe versucht, Worte zu unterlegen, aber der Sprung zum E und der noch größere Sprung danach machen es unmöglich, darauf überhaupt irgendein Wort zu singen, das nicht geradezu vulgär klingt. Versuch es nur selbst ... Es klingt furchtbar." Elgar war allerdings fest entschlossen; leichtherzig schrieb er zurück "ich habe nun wirklich keine Zeit dazu, Deine ganzen impertinenten Briefe zu beantworten", und beauftragte Arthur Christopher Benson, ein Libretto zu liefern. Benson hatte Elgar im Januar 1901 kennengelernt, etwa zur gleichen Zeit, als der neue König an die Macht kam. Er war Housemaster (d. i. ein fest angestellter, im Hause wohnender Lehrer) am Eton College (übrigens zufällig zu gleichen Zeit, als der junge Komponist George Butterworth dort Schüler war) und wurde später Vorstand des Magdalene College, Oxford. Benson arbeitete begeistert daran, Worte zu liefern, die zu Elgars Musik passen sollten, und schuf ein Libretto, das Hoffnungen wie auch Ängste seiner Zeit ansprach. Elgar begann die Musik im Februar und beendete die Instrumentierung der Partitur im April. Boosey & Hawkes zahlte 100 Pfund und bot Tantiemen-Beteiligung für jeden verkauften Klavierauszug. Der Verlag empfahl außerdem, Land Of Hope And Glory als Solo zu bearbeiten, und Komponist und Librettist kamen dem nach, die Worte hin zu einem allgemeiner gehaltenen Vaterlands-Lied ändernd. Im ersten Satz wird Gott beschworen, dem König Leben, Macht, Frieden, Liebe und Glauben zu verleihen. Die instrumentale Einleitung erweist vor dem Auftritt von Chor und Solisten Elgars meisterliche Begabung in der Handhabung des Orchesters. Ungefähr in der Mitte des letzten Verses taucht zum ersten Mal die Melodie aus Pomp and Circumstance auf, gedämpft und zart in Klarinette und Harfe, zu den Worten: All that hearts can pray, All that lips can sing, God shall hear today; God shall save the King! Der ursprüngliche, sanfte zweite Satz lautete Daughter of Ancient Kings - zu Ehren von Alexandra, der Königsgattin, Tochter des Königs von Dänemark. Als später die Coronation Ode zur Krönung George V. im Jahr 1911 revidiert wurde, ersetzte Elgar diesen Satz durch The Queen...
EMMA, Das politische Magazin von Frauen: 1-2/2005, Frauen & Humor: Jetzt lachen wir!
Editorial Von Alice Schwarzer Frauen unter Verdacht. Dilek Zaptcioglu Istanbul Brief an alle Deutschen Die Türkin Dilek Zaptcioglu schreibt einen Brief an alle Deutschen. Türkei Seyrans große Reise Das entrechtet geborene Mädchen prägt heute als Anwältin die Gerechtigkeit. Politik Chronik der Schavan-Kampagne Wann gerät eine deutsche Politikerin in den Verdacht, lesbisch zu sein? FRau mit schwarzen Haaren Marseille Steinigung in Europa Ghofrane Haddaoui wurde gesteinigt mitten in Marseille. Ein Hilfeschrei. Autorennfahrerin Sport Mit Vollgas durch die Wüste Die Damen Kleinschmidt, Lohr & Mayer sind wieder auf dem Weg nach Dakar. Ani DiFranco Musik EMMA-Gespräch mit Ani DiFranco Die US-Rocksängerin will sich trotz Bush-Wahl weiter engagieren. Dossier Jetzt lachen wir! Die drei Top-Komikerinnen von Sinnen, Kroymann und Becker auf dem Sofa. Humor EMMAs Männerwitze Sie waren unsere Antwort auf die Blondinenwitze und erregten die Nation. Christiliche Fundis Das Ende der Aufklärung Die christlichen Fundamentalisten sind auch in Europa auf dem Vormarsch. Ines große Zukunft Die Politikstudentin aus Nürnberg sorgt für Girlpower in der Grünen Jugend. Dagmars große Hoffnung Die Brandenburger PDS-Chefin wäre um ein Haar Ministerpräsidentin geworden. Operiert mich hier raus! EMMA-Kolumnistin Lisa Ortgies über OP-Shows und Schlupflid-Lifting. Das späte Erschrecken Alice Schwarzer über den Unterschied zwischen MuslimInnen und Islamisten. Jede zweite Türkin lebt in Zwangsehe! ... und niemand schaut hin. Das schockierende Buch von Necla Kelek. Wir Reinigungskräfte Antje Strubel über Burschenschaftler, Schwule und ihre Ankunft im Osten. Ein Hartz für Frauen? Welche Folgen die Hartz IV-Reform ab 1. Januar für Frauen hat. Unterlassene Hilfeleistung Hamburg muss sparen. Aber muss es ausgerechnet beim Frauenhaus sein? Triste Herrenklos Auf Damentoiletten wird definitiv mehr gelacht. Jedenfalls auf amerikanischen. Witzige Weiber komische Kerle Die Gender-Humorforscherin Kotthoff über das Gelächter der Geschlechter. Jetzt spricht Anke Warum Anke Late Night scheitern musste und was daran gar nicht komisch ist. Die weibliche Komödie Frauen hatten zu allen Zeiten was zu lachen beweist Franziska Becker. Kreuzfahrt gegen den Kreuzzug Das Schiff Women on Waves kämpft für das Recht auf Abtreibung. Fünf Jahre Mifegyne Die schonende Abtreibungspille wird in Deutschland immer noch behindert. Männerbündler auf Frauenjagd Wie Lebensschützer die Wiener Abtreibungsklinik in den Ruin trieben. Briefe aus dem Krieg Kriegsreporterin Carolin Emcke hat ihre Briefe an Freunde veröffentlicht. E-Mail aus dem Krieg Die erschütternde Mail von Farnaz Fassihi aus dem Irak ging um die Welt. Angst vorm Alter Soll Annette Anton mit 40 ihren 30. Geburtstag feiern wie Ally McBeal? Einband und Buchblock mit kleinen Lesespuren, Adressaufkleber, Gesamtzustand: gut
Kraus, Karl: Literatur und Lüge. Mit Anmerkungen. Mit einer bibliographischen Notiz. - (=Sechster Band der Werke von Karl Kraus herausgegeben von Heinrich Fischer). München: Kösel Verlag, 1958.
Sehr guter Zustand. Schutzumschlag am Kopf mit einem kleinen Ausriß (1 cm). Aus dem Besitz der Gräfin Ledebur mit geprägtem Monogramm (Krone) auf dem Vorsatz. Mit einer Verlagsbeilage: Kösel-Bücher 1957 - 1958. - Aus wikipedia-Karl_Kraus: Karl Kraus (* 28. April 1874 in Jicin, deutsch: Jitschin oder auch: Gitschin, Böhmen, damals Österreich-Ungarn, heute Tschechien; 12. Juni 1936 in Wien) war einer der bedeutendsten österreichischen Schriftsteller des beginnenden 20. Jahrhunderts, ein Publizist, Satiriker, Lyriker, Aphoristiker, Dramatiker, Förderer junger Autoren, Sprach- und Kulturkritiker - vor allem ein scharfer Kritiker der Presse und des Hetzjournalismus oder, wie er selbst es ausdrückte, der Journaille. Karl Kraus wurde am 28. April 1874 als Sohn des jüdischen Papierfabrikanten und wohlhabenden Kaufmanns Jakob Kraus und seiner Frau Ernestine (geborene Kantor) geboren. Im Jahr 1877 zog die Familie nach Wien. Seine Mutter starb im Jahr 1891. 1892 begann Kraus ein Studium der Rechtswissenschaft an der Universität Wien. Seit November 1891 sandte er Artikel an die Monatsblätter der Breslauer Dichterschule unter der Redaktion von Paul Barsch. Im April 1892 erschien mit einer Rezension von Gerhart Hauptmanns Drama Die Weber sein erster journalistischer Beitrag in der Wiener Literaturzeitung. Seinen Versuchen in dieser Zeit, in einem Vorstadttheater aufzutreten, war kein Erfolg beschieden. Auch eine mit Anton Lindner geplante Satirezeitschrift ist nie erschienen, obwohl bereits Beiträge vorlagen, beispielsweise von Frank Wedekind. Bald darauf wechselte er das Fach und studierte bis 1896 Philosophie und Germanistik, ohne jedoch das Studium abzuschließen. Aus dieser Zeit rührt auch seine Freundschaft mit Peter Altenberg her. Im selben Jahr 1896 gelang Kraus mit der Veröffentlichung der Satire Die demolirte Litteratur der erste große Publikumserfolg; symptomatisch war bereits zu diesem Zeitpunkt, dass Kraus sich die bittere Feindschaft der durch ihn bloßgestellten Literaten zuzog. Kraus wurde im Folgejahr Wiener Korrespondent der Breslauer Zeitung. Im Jahr 1898 begann Kraus, der bereits an der Gründung der Zeitschrift Die Waage mitgewirkt hatte, die Herausgabe einer eigenen Zeitschrift zu erwägen. Diese Zeitschrift - Die Fackel - erschien erstmals im April 1899. 1901 fand der erste von vielen Prozessen statt, der von Personen eingeleitet wurde, die sich durch Korruptionsvorwürfe der Fackel angegriffen fühlten: der Theaterkritiker und Bühnenautor Hermann Bahr[1] und der Intendant Emmerich Bukovics. Im selben Jahr musste Kraus nach einer monatelangen Reise feststellen, dass sein Verlag Moriz Frisch sich der Fackel bemächtigt hatte, indem er das Titelblatt der Zeitschrift unter dem eigenen Namen als Marke hatte eintragen lassen und eine Zeitschrift namens Neue Fackel herausgab. Ein Prozess konnte dieses Treiben unterbinden. Die Fackel erschien allerdings von da an ohne Titelbild, und Kraus wechselte zur Druckerei Jahoda & Siegel. 1899 trat Kraus aus der jüdischen Glaubensgemeinschaft aus. 1911 konvertierte er zum Katholizismus und ließ sich am 8. April in der Wiener Karlskirche taufen. Sein Taufpate war Adolf Loos; er trat jedoch 1923 aus der katholischen Kirche wieder aus. Im Jahr 1902 verfasste Kraus mit dem Aufsatz Sittlichkeit und Kriminalität seinen ersten Beitrag über das, was eines der großen Themen seines Wirkens werden sollte: die zum Schutz der Sittlichkeit vermeintlich gebotene Verteidigung der Sexualmoral mit justiziellen Mitteln ("Der Skandal fängt an, wenn die Polizei ihm ein Ende macht"). Von 1906 an veröffentlichte Kraus in der "Fackel" seine ersten Aphorismen, die 1909 in dem Buch "Sprüche und Widersprüche" zusammengefasst wurden. 1910 hielt Kraus die erste der bis 1936 siebenhundert öffentlichen Lesungen aus seinen Schriften ab. Im selben Jahr erschien die Schrift Heine und die Folgen. Eine erste aufsehenerregende "Erledigung" durch den Autor der Fackel erfolgte im Jahr 1907, als er seinen früheren Gönner Maximilian Harden wegen dessen Rolle im Eulenburg-Prozess angriff. 1913 lernte Kraus die böhmische Baronin Sidonie Nadherny von Borutin kennen, mit der ihn eine konfliktreiche, aber lange und intensive Beziehung verband. Auf Schloss Janowitz, dem Familienbesitz der Nadhernys, entstanden zahlreiche Werke. Sidonie Nadherny wurde zur wichtigen Korrespondenzpartnerin, "kreativen Zuhörerin" und Adressatin von Büchern und Gedichten. Nach einem Nachruf auf Franz Ferdinand, den beim Attentat von Sarajevo ermordeten Thronfolger, im Sommer 1914 erschien die Fackel viele Monate lang nicht, und meldete sich erst im Dezember 1914 mit dem Aufsatz In dieser großen Zeit erneut zu Wort: "In dieser großen Zeit, die ich noch gekannt habe, wie sie so klein war; die wieder klein werden wird, wenn ihr dazu noch Zeit bleibt; [ ] in dieser lauten Zeit, die da dröhnt von der schauerlichen Symphonie der Taten, die Berichte hervorbringen, und der Berichte, welche Taten verschulden: in dieser da mögen Sie von mir kein eigenes Wort erwarten." Auch in der Folgezeit schrieb Kraus gegen den Krieg, und die Auflage der "Fackel" wurde mehrmals beschlagnahmt, andere Ausgaben wurden von der Zensur behindert. Im Jahr 1915 begann Kraus mit der Arbeit an dem Theaterstück Die letzten Tage der Menschheit, von dem Teile vorab in der Fackel abgedruckt wurden und das 1919 in Form von Sonderheften der Fackel erschien. Bereits 1918 war der Epilog zu den Letzten Tagen der Menschheit, Die letzte Nacht, als Sonderheft veröffentlicht worden. Ebenfalls im Jahr 1919 gab Kraus seine gesammelten Kriegsaufsätze unter dem Titel Weltgericht heraus. 1920 veröffentlichte Kraus als Replik zu einem von Franz Werfel unter dem Titel "Spiegelmensch" veröffentlichten Angriff gegen seine Person die auf Werfel gemünzte dramatische Satire "Literatur oder Man wird doch da sehn". Im Januar 1924 begann die Auseinandersetzung mit dem erpresserischen Verleger des Boulevardblatts Die Stunde, Imre Bekessy. Bekessy antwortete mit Rufmordkampagnen gegen Kraus, der im Jahr darauf unter dem Schlachtruf "Hinaus aus Wien mit dem Schuft!" zu einer "Erledigung" ausholte und 1926 erreichte, dass Bekessy sich seiner Verhaftung durch Flucht aus Wien entziehen musste. Im Jahr 1927 versuchte Kraus eine ähnliche Aktion gegen Johann Schober, Polizeipräsident zur Zeit der blutig niedergeschlagenen Julirevolte, scheiterte aber. Im Stück Die Unüberwindlichen, das 1928 erschien, verarbeitete Kraus diese beiden Auseinandersetzungen. Im selben Jahr veröffentlichte er die Akten des Prozesses, den Kerr gegen Kraus angestrengt hatte, da Kraus ihm in der Fackel seine früheren chauvinistischen Kriegsgedichte vorgehalten hatte. Ab 1930 las Kraus im Rundfunk, zuerst in Berlin, dann in Wien und machte Aufnahmen für die Schallplatte. 1931 führte die Staatsoper Unter den Linden seine Bearbeitung von Offenbachs Operette La Perichole auf. In das Jahr 1932 fiel Kraus' Neuübersetzung der Shakespeareschen Sonette. 1933 erschien nach der Machtergreifung Adolf Hitlers in Deutschland monatelang keine Ausgabe der Fackel, da Kraus an einem Text arbeitete, der aber erst postum unter dem Titel Die Dritte Walpurgisnacht erschien. In der Oktoberausgabe 1933 (der einzigen Ausgabe der Fackel im Jahre 1933) veröffentlichte Kraus das Gedicht Man frage nicht, das mit der Zeile endet: Das Wort entschlief, als jene Welt erwachte. Mit seiner Unterstützung für Engelbert Dollfuß, von der sich Kraus erhoffte, dass dieser das Übergreifen des Nationalsozialismus auf Österreich verhindern würde, entfremdete sich Kraus von Teilen seiner Anhängerschaft. Im Februar 1936 - die letzte Ausgabe der Fackel mit der Nr. 922 war erschienen - wurde Kraus in der Dunkelheit von einem Radfahrer niedergestoßen. Die Folgen waren immer stärkere Kopfschmerzen und Gedächtnisschwund. Am 2. April 1936 hielt er seine letzte Vorlesung. Nach einem schweren Herzinfarkt im Cafe Imperial am 10. Juni starb Kraus am 12. Juni 1936 in seiner Wohnung in der Lothringerstraße 6 an Herz- und Gehirnschlag. Sein ehrenhalber gewidmetes Grab befindet sich auf dem Wiener Zentralfriedhof (Gruppe 5A, Reihe 1, Nr. 33) nahe der alten Israelitischen Abteilung beim Ersten Tor. Am Haus Lothringerstraße 6 in Wien 4, das er seit 1912 bewohnt hatte, ist eine Gedenktafel angebracht. 1970 wurde die Karl-Kraus-Gasse in Wien-Meidling nach ihm benannt. ... . Aus: wikipedia-Karl_Kraus
Erste Auflage dieser Ausgabe. Wilpert/Gühring, II, 64. 355 (5) Seiten. Braunes Leinen mit goldgeprägtem Deckelmonogramm, montiertem Rückenschild und Schutzumschlag.
[SW: Österreichische Literatur, Literaturtheorie, Geschichte, Deutsche Literatur der 20-er Jahre, Germanistik, Literaturkritik, Literaturgattungen, Literaturepochen, Literaturrezeption, Deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft, Literaturgeschichte, Literaturwissenschaften, Deutsche Literatur der zwanziger Jahre, Satire, Satiren, Satirische Darstellung, Satirische Literatur,, Österreichische Geschichte]
Kraus, Karl: Briefe an Sidonie Nadherny von Borutin 1913 - 1936. 2 Bände. Vollständige, neu durchgesehene Ausgabe, Herausgegeben und mit einem Nachwort von Heinrich Fischer und Michael Lazarus. Mit editorischem Bericht, Bildteil und Anmerkungen von Friedrich Pfäfflin. Mit Anmerkungen, Literaturverzeichnis, Personen- und Werkregister. - (=dtv bibliothek, Band 6072) München: Deutscher Taschenbuch-Verlag, 1977. ISBN: 3423060727
Sehr guter Zustand. Frisches Exemplar. Wie ungelesen. Aus der Bibliothek der Gräfin Ledebur. - Aus wikipedia-Karl_Kraus: Karl Kraus (* 28. April 1874 in Jicin, deutsch: Jitschin oder auch: Gitschin, Böhmen, damals Österreich-Ungarn, heute Tschechien; 12. Juni 1936 in Wien) war einer der bedeutendsten österreichischen Schriftsteller des beginnenden 20. Jahrhunderts, ein Publizist, Satiriker, Lyriker, Aphoristiker, Dramatiker, Förderer junger Autoren, Sprach- und Kulturkritiker - vor allem ein scharfer Kritiker der Presse und des Hetzjournalismus oder, wie er selbst es ausdrückte, der Journaille. Karl Kraus wurde am 28. April 1874 als Sohn des jüdischen Papierfabrikanten und wohlhabenden Kaufmanns Jakob Kraus und seiner Frau Ernestine (geborene Kantor) geboren. Im Jahr 1877 zog die Familie nach Wien. Seine Mutter starb im Jahr 1891. 1892 begann Kraus ein Studium der Rechtswissenschaft an der Universität Wien. Seit November 1891 sandte er Artikel an die Monatsblätter der Breslauer Dichterschule unter der Redaktion von Paul Barsch. Im April 1892 erschien mit einer Rezension von Gerhart Hauptmanns Drama Die Weber sein erster journalistischer Beitrag in der Wiener Literaturzeitung. Seinen Versuchen in dieser Zeit, in einem Vorstadttheater aufzutreten, war kein Erfolg beschieden. Auch eine mit Anton Lindner geplante Satirezeitschrift ist nie erschienen, obwohl bereits Beiträge vorlagen, beispielsweise von Frank Wedekind. Bald darauf wechselte er das Fach und studierte bis 1896 Philosophie und Germanistik, ohne jedoch das Studium abzuschließen. Aus dieser Zeit rührt auch seine Freundschaft mit Peter Altenberg her. Im selben Jahr 1896 gelang Kraus mit der Veröffentlichung der Satire Die demolirte Litteratur der erste große Publikumserfolg; symptomatisch war bereits zu diesem Zeitpunkt, dass Kraus sich die bittere Feindschaft der durch ihn bloßgestellten Literaten zuzog. Kraus wurde im Folgejahr Wiener Korrespondent der Breslauer Zeitung. Im Jahr 1898 begann Kraus, der bereits an der Gründung der Zeitschrift Die Waage mitgewirkt hatte, die Herausgabe einer eigenen Zeitschrift zu erwägen. Diese Zeitschrift - Die Fackel - erschien erstmals im April 1899. 1901 fand der erste von vielen Prozessen statt, der von Personen eingeleitet wurde, die sich durch Korruptionsvorwürfe der Fackel angegriffen fühlten: der Theaterkritiker und Bühnenautor Hermann Bahr[1] und der Intendant Emmerich Bukovics. Im selben Jahr musste Kraus nach einer monatelangen Reise feststellen, dass sein Verlag Moriz Frisch sich der Fackel bemächtigt hatte, indem er das Titelblatt der Zeitschrift unter dem eigenen Namen als Marke hatte eintragen lassen und eine Zeitschrift namens Neue Fackel herausgab. Ein Prozess konnte dieses Treiben unterbinden. Die Fackel erschien allerdings von da an ohne Titelbild, und Kraus wechselte zur Druckerei Jahoda & Siegel. 1899 trat Kraus aus der jüdischen Glaubensgemeinschaft aus. 1911 konvertierte er zum Katholizismus und ließ sich am 8. April in der Wiener Karlskirche taufen. Sein Taufpate war Adolf Loos; er trat jedoch 1923 aus der katholischen Kirche wieder aus. Im Jahr 1902 verfasste Kraus mit dem Aufsatz Sittlichkeit und Kriminalität seinen ersten Beitrag über das, was eines der großen Themen seines Wirkens werden sollte: die zum Schutz der Sittlichkeit vermeintlich gebotene Verteidigung der Sexualmoral mit justiziellen Mitteln ("Der Skandal fängt an, wenn die Polizei ihm ein Ende macht"). Von 1906 an veröffentlichte Kraus in der "Fackel" seine ersten Aphorismen, die 1909 in dem Buch "Sprüche und Widersprüche" zusammengefasst wurden. 1910 hielt Kraus die erste der bis 1936 siebenhundert öffentlichen Lesungen aus seinen Schriften ab. Im selben Jahr erschien die Schrift Heine und die Folgen. Eine erste aufsehenerregende "Erledigung" durch den Autor der Fackel erfolgte im Jahr 1907, als er seinen früheren Gönner Maximilian Harden wegen dessen Rolle im Eulenburg-Prozess angriff. 1913 lernte Kraus die böhmische Baronin Sidonie Nadherny von Borutin kennen, mit der ihn eine konfliktreiche, aber lange und intensive Beziehung verband. Auf Schloss Janowitz, dem Familienbesitz der Nadhernys, entstanden zahlreiche Werke. Sidonie Nadherny wurde zur wichtigen Korrespondenzpartnerin, "kreativen Zuhörerin" und Adressatin von Büchern und Gedichten. Nach einem Nachruf auf Franz Ferdinand, den beim Attentat von Sarajevo ermordeten Thronfolger, im Sommer 1914 erschien die Fackel viele Monate lang nicht, und meldete sich erst im Dezember 1914 mit dem Aufsatz In dieser großen Zeit erneut zu Wort: "In dieser großen Zeit, die ich noch gekannt habe, wie sie so klein war; die wieder klein werden wird, wenn ihr dazu noch Zeit bleibt; [ ] in dieser lauten Zeit, die da dröhnt von der schauerlichen Symphonie der Taten, die Berichte hervorbringen, und der Berichte, welche Taten verschulden: in dieser da mögen Sie von mir kein eigenes Wort erwarten." Auch in der Folgezeit schrieb Kraus gegen den Krieg, und die Auflage der "Fackel" wurde mehrmals beschlagnahmt, andere Ausgaben wurden von der Zensur behindert. Im Jahr 1915 begann Kraus mit der Arbeit an dem Theaterstück Die letzten Tage der Menschheit, von dem Teile vorab in der Fackel abgedruckt wurden und das 1919 in Form von Sonderheften der Fackel erschien. Bereits 1918 war der Epilog zu den Letzten Tagen der Menschheit, Die letzte Nacht, als Sonderheft veröffentlicht worden. Ebenfalls im Jahr 1919 gab Kraus seine gesammelten Kriegsaufsätze unter dem Titel Weltgericht heraus. 1920 veröffentlichte Kraus als Replik zu einem von Franz Werfel unter dem Titel "Spiegelmensch" veröffentlichten Angriff gegen seine Person die auf Werfel gemünzte dramatische Satire "Literatur oder Man wird doch da sehn". Im Januar 1924 begann die Auseinandersetzung mit dem erpresserischen Verleger des Boulevardblatts Die Stunde, Imre Bekessy. Bekessy antwortete mit Rufmordkampagnen gegen Kraus, der im Jahr darauf unter dem Schlachtruf "Hinaus aus Wien mit dem Schuft!" zu einer "Erledigung" ausholte und 1926 erreichte, dass Bekessy sich seiner Verhaftung durch Flucht aus Wien entziehen musste. Im Jahr 1927 versuchte Kraus eine ähnliche Aktion gegen Johann Schober, Polizeipräsident zur Zeit der blutig niedergeschlagenen Julirevolte, scheiterte aber. Im Stück Die Unüberwindlichen, das 1928 erschien, verarbeitete Kraus diese beiden Auseinandersetzungen. Im selben Jahr veröffentlichte er die Akten des Prozesses, den Kerr gegen Kraus angestrengt hatte, da Kraus ihm in der Fackel seine früheren chauvinistischen Kriegsgedichte vorgehalten hatte. Ab 1930 las Kraus im Rundfunk, zuerst in Berlin, dann in Wien und machte Aufnahmen für die Schallplatte. 1931 führte die Staatsoper Unter den Linden seine Bearbeitung von Offenbachs Operette La Perichole auf. In das Jahr 1932 fiel Kraus' Neuübersetzung der Shakespeareschen Sonette. 1933 erschien nach der Machtergreifung Adolf Hitlers in Deutschland monatelang keine Ausgabe der Fackel, da Kraus an einem Text arbeitete, der aber erst postum unter dem Titel Die Dritte Walpurgisnacht erschien. In der Oktoberausgabe 1933 (der einzigen Ausgabe der Fackel im Jahre 1933) veröffentlichte Kraus das Gedicht Man frage nicht, das mit der Zeile endet: Das Wort entschlief, als jene Welt erwachte. Mit seiner Unterstützung für Engelbert Dollfuß, von der sich Kraus erhoffte, dass dieser das Übergreifen des Nationalsozialismus auf Österreich verhindern würde, entfremdete sich Kraus von Teilen seiner Anhängerschaft. Im Februar 1936 - die letzte Ausgabe der Fackel mit der Nr. 922 war erschienen - wurde Kraus in der Dunkelheit von einem Radfahrer niedergestoßen. Die Folgen waren immer stärkere Kopfschmerzen und Gedächtnisschwund. Am 2. April 1936 hielt er seine letzte Vorlesung. Nach einem schweren Herzinfarkt im Cafe Imperial am 10. Juni starb Kraus am 12. Juni 1936 in seiner Wohnung in der Lothringerstraße 6 an Herz- und Gehirnschlag. Sein ehrenhalber gewidmetes Grab befindet sich auf dem Wiener Zentralfriedhof (Gruppe 5A, Reihe 1, Nr. 33) nahe der alten Israelitischen Abteilung beim Ersten Tor. Am Haus Lothringerstraße 6 in Wien 4, das er seit 1912 bewohnt hatte, ist eine Gedenktafel angebracht. 1970 wurde die Karl-Kraus-Gasse in Wien-Meidling nach ihm benannt. ... . Aus: wikipedia-Karl_Kraus , ISBN-13: 9783423060721
Erste Auflage dieser Ausgabe. 695 und 438 Seiten mit 93 Abbildungen. 18 cm. Umschlaggestaltung: Celestino Piatti. Taschenbuch. Kartoniert.
[SW: Zwei Bände, a Sprach- und Literaturwissenschaft, a Allgemeines, Hochschulen, Autobiographische Schriften, Autobiografie, Autobiografien, Autobiographien, Politik, Erinnerungen, Geschichte, Autobiographie, Drittes Reich, Erlebnisbericht, Politische Identität, Zeitgeschichte, Literaturtheorie, Literaturgattungen, Literatursoziologie, Literaturepochen, Literaturrezeption, Sprachwissenschaft, Literaturgeschichte, Literaturwissenschaften, Literaturrecherche, Literaturinterpretation, Hermeneutik, Austriaca, Briefe, Briefwechsel, Selbstzeugnisse, Deutschsprachige Literatur, Karl Kraus, Viennensa, Austriaca Viennensa Biografie, Satirische Literatur, Österreichische Geschichte, Journalismus, Briefwechsel; Literarisches Leben]



