Anatole France
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France, Anatole: Konvolut von 7 älteren Titeln von und über France. 1920 ff.
1. France, Anatole: Die Götter dürsten. Roman aus der französischen Revolution. Aus dem Franz.: Friedrich v. Oppeln-Bronikowski. 14.-23. Tsd. München: Kurt Wolff, ca. 1920. 444 S. 8°. Originalpappeinband. Einbandrücken gegilbt und berieben; Exlibris auf Vorsatz; ordentliches Exemplar. / 2. France, Anatole: Der kleine Peter. Roman. Aus dem Franz. von Beatrice Sacks. 1.-10. Tsd. München: Kurt Wolff, 1921. 307 S. 8°. Originalbroschur. Deutsche Erstausgabe. Einband gegilbt und an einer Stelle berieben; sonst gut erhalten. 3. France, Anatole: Der fliegende Händler und andere nützliche Erzählungen. Aus dem Franz.: Gertrud van Grootheest. 1.-10. Tsd. München: Kurt Wolff Verlag, 1921. 283 S. 8°. Originalhalbleinen. Deutsche Erstausgabe. Gut erhalten. / 4. France, Anatole: Die Vormittage der Villa Said. Gespräche gesammelt von Paul Gsell. Aus dem Franz.: Hans Jacob. Vorwort von heinrich Mann. Berlin: I. M. Spaeth, 1925. 222 S. 8°. Originalleinen. Deutsche Erstausgabe. Rücken minimal fleckig; sonst gut erhalten. / 5. Anatole France: Crainquebille. Aus dem Franz.: Ferdinand Hardekopf. Mit 63 Zeichnungen von Steinlen. Zürich: Büchergilde Gutenberg, 1947. Gr.-8°. Originalleinen. Erste Ausgabe der Illustrationen. Rücken etwas aufgehellt; sonst gut erhalten. / 6. Brousson, Jean-Jacques: Anatole France in Pantoffeln. Aus dem Franz.: Max Narb. Mit 1 Frontispiz und 5 Abbildungen im Text. 1. Aufl. Berlin: Verlag für Kulturpolitik, 1925. 463 S. 8°. Originalleinen mit Deckelillustration. Deutsche Erstausgabe. Gut erhalten. / 7. Georg Brandes: Anatole France. Deutsch v. Ida Anders. Mit einem Lichtdruck, 5 Vollbildern und 1 Faksimile. Berlin: Bard, Marquardt & Co., [1905]. 72 S. Originalpappeinband. (= Die Literatur. 20. Bd.) Einbandoberkante und -unterkante abgebröckelt; Stempel auf dem Vortitel; sonst gut erhalten.
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France, Anatole: Aufruhr der Engel. Ins Deutsche übertragen von Rudolf Leonhard durchgesehene Fassung von Alexandra Auer. Mit einem Nachwort von Hans Mayer und achtunddreißig Bildern von Georg Eisler. Ausstattung von Juergen Seuss, Büchergilde Gutenberg (Lizenz des Zsolnay Verlages) Erste Auflage/ Lizenzausgabe 1983 Frankfurt am Main ISBN: 3763228497
285S. Groß 8°
Leinen Fadengehefteter, kaschierter Ganzleinenband mit Lesebändchen, farbigen Vorsätzen und illustriertem Schutzumschlag. Der Umschlag feinsäuberlich in nichtgilbende, transparente und selbstklebende Buchbindefolie eingeschlagen, darunter Umschlag nachgedunkelt und gering angerändert. Papier allg. nachgedunkelt, Kopfschnitt dezent fleckig, Exlibris auf Innendeckel, ansonsten guter Zustand. Der >Aufruhr der Engel-, Anatole Frances stärkster Roman, zeigt Stolz und Sturm der gefallenen Engel gegen den unzulänglichen Gott, der Unrecht und Leiden in seiner Welt verewigt hat. Heinrich Mann Die "Revolte des Anges", die hier als -Aufruhr der Engel- übersetzt wurde, erschien im Frühjahr 1914: wenige Monate vor Ausbruch eines Ersten Weltkriegs. Es war der letzte Roman, den Ana- tole France geschrieben hat ... Das Buch eines alten Mannes also, der viel Leid und Glück erlebt hat; ein letztes Werk, gleich- sam ein geistiges Vermächtnis; dazu ein Werk, worin die Ahnung immer wieder spürbar wird, daß man in einer Endzeit lebt, und daß ein Krieg abermals alle Heiterkeit der Seele und Freude an der Schönheit zerstören wird. Die Geschichte des jungen, leichtfertigen, natürlich gut katho- lischen Maurice d'Esparvieu, aus konservativem Hause, und seines Schutzengels Areade spielt ausdrücklich im Jahre 1914 ... Wer den Ablauf der Ereignisse seit Erscheinen der -Revolte des Auges- und dem Ausbruch eines Ersten Weltkrieges kennt, wird immer wieder erschreckt sein über die Hellsicht des Romanciers, dieses alten Mannes, eines überzeugten Aufklärers und Rationalisten, der vieles voraussah und auch schon vorausgesagt hat ... Krieg und Romantik gehören für Anatole France und seinen häretischen Erzengel Nectaire zu- sammmen: "Und was für ein erbarmungswürdiger Anblick es war, die rasende, kindische Liebe dieser Leute für Gewehre und Trommeln zu sehen! Sie verstehen nicht, daß der Krieg, der einst die Herzen unwissender und barbarischer Völker bildete und ihre Städte begründete, heute dem Sieger selbst nur Verfall und Elend bringt und zugleich ein grauenhaftes und blödes Verbrechen ist, zu einer Zeit, wo die Völker durch die Gemeinschaft von Kunst und Wissenschaft, Handel und Verkehr miteinander verbunden sind. Hirnverbrannte Europäer, die nur danach trachten, sich gegenseitig umzubringen, während doch ein und dieselbe Zivilisation sie um- schließt und verbindet!" ... Anatole France beendet seine Geschichte, die gleichzeitig im Jahre 1914 spielt und in der ganzen bisherigen Geschichte der Welt und des Menschen, mit einem Traum des Luzifer. Der muß erkennen, daß auch ein siegreicher Engel, ein Sturz des Jaldabaoth und eine Krönung des bisherigen Satans das Leid in der Welt nicht ändern dürften. Alles beginnt dann von neuem: Macht und Machtmißbrauch, Lüge und Korruption, Brand und Blutschuld. (Aus dem Nachwort von Hans Mayer) (Klappentext) Anatole France (Francois Anatole Thibault;) (* 16. April 1844 in Paris; 12. Oktober 1924 in Saint-Cyr-sur-Loire) war ein französischer Schriftsteller. 1921 erhielt er den Literaturnobelpreis. France wuchs als Sohn eines hochgebildeten Buchhändlers auf und beendete 1864 seine Gymnasialzeit am katholischen Pariser College Stanislas mit dem baccalaureat. Früh interessierte er sich für Literatur und erarbeitete sich eine profunde humanistische Bildung. 1866 lernte er den Verleger Alphonse Lemerre kennen und wurde bei ihm freiberuflicher Lektor, als der er z.B. eine mehrbändige Anthologie zeitgenössischer Lyrik herausgab. 1876 übernahm er, um für seine Heirat und Familiengründung ein festes Einkommen zu haben, einen Posten als Bibliotheksangestellter, den er 1890 aufgab, nachdem er von seiner Schriftstellerei leben konnte. Als Autor begann er mit Lyrik im Stil der Dichter des Parnasse, in deren Kreis um Charles Leconte de Lisle er sich ab 1867 bewegte. Er betätigte sich aber früh auch als Erzähler sowie als Literaturkritiker (der zum Beispiel den neuen Symbolismus etwa Mallarmes oder Verlaines zunächst nicht goutierte). Sein Durchbruch war 1881 der Roman Le Crime de Sylvestre Bonnard, membre de l'Institut (Das Verbrechen Sylvestre Bonnards, Mitglied des Instituts) der mit dem Prix de l'Academie francaise ausgezeichnet wurde, ihm Zugang zu den Pariser literarischen Salons verschaffte, u.a. dem von Mme de Caillavet, und ihm 1884 das Kreuz der Ehrenlegion eintrug. Le Crime (der Titel ist übrigens ironisch zu verstehen) ist ein rührseliger Roman der in Tagebuchform die Geschichte eines weltfremden älteren Privatgelehrten erzählt, der im zunächst eher zufälligen Einsatz für Hilfsbedürftige, insbesondere die verwaiste Enkelin seiner Jugendliebe, das wirkliche Leben findet. Gemäß seinem gutbürgerlichen Herkommen vertrat France lange Zeit eine eher konservative Einstellung, so z.B. in dem zur Zeit der Pariser Commune spielenden Roman Les desirs de Jean Servien (1882) oder 1887 in einer negativen Besprechung Emile Zolas. 1888 sympathisierte er kurze Zeit sogar mit dem Chauvinismus von Georges Boulanger, des "General revanche". Gegen 1890 rückte er jedoch langsam nach links. Er öffnete sich antiklerikalen und humanitär-sozialistischen Ideen, wobei ihn weniger eine Revolutionierung der Gesellschaft interessierte als die Emanzipation des Individuums von inhumanen materiellen und moralischen Zwängen. Nicht unbeteiligt an seinem Umdenken war vermutlich der biografische Umstand, dass er 1888 ein außereheliches Verhältnis mit Mme de Caillavet begonnen hatte, das ihn 1892 zur Trennung von Frau und Tochter führte. Ein Zeugnis seines Umdenkens war 1889/90 Frances erster historischer Roman, Thais. Er erzählt die im kosmopolitischen Alexandria des 4. Jahrhunderts spielende Geschichte eines asketischen christlichen Mönchs, der die heidnische Kurtisane Thais zu bekehren versucht, dabei aber selbst zu der Einsicht bekehrt wird, dass der Verzicht auf jegliche Sinnenfreude nicht gottgewollt sein kann (1894 von Jules Massenet als Oper Thais vertont). Frances antiklerikales und progressistisches Denken zeigt sich auch in dem sehr erfolgreichen Kurzroman La Rotisserie de la Reine Pedauque (Die Bratküche zur Königin Pedauque) von 1892/93. Es ist ein handlungsreiches Werk im Stil der philosophischen Romane und Erzählungen des 18. Jahrhunderts, das angeblich aus einem zufällig wiedergefundenen Manuskript dieser Zeit entnommen ist. Hierin berichtet ein pikaresker Ich-Erzähler seine vielfältigen Erlebnisse mit dem sehr unorthodoxen ehemaligen Kirchenmann und Gymnasialprofessor Jerome Coignard (dessen Figur eines undogmatischen Skeptikers und Freidenkers France im selben Jahr 1893 auch in der satirischen Artikelserie Les opinions de Jerome Coignard benutzte). In der Gegenwart dagegen spielt der autobiografisch inspirierte Roman Le lys rouge (Die rote Lilie) von 1894, der die Geschichte der schwierigen Liebe einer Bankiersgattin zu einem Künstler erzählt (1899 zu einem Stück verarbeitet und aufgeführt). 1895 wurde France in seiner Eigenschaft als gemäßigt progressistischer Autor zum Offizier der Ehrenlegion befördert. Am 23. Januar 1896 wurde der vielseitige Literat und glänzende Stilist als Nachfolger des verstorbenen Ferdinand de Lesseps in die Academie francaise aufgenommen (Fauteuil 38). Deutlicher Ausdruck seiner ständig weiter nach links driftenden Position ist die Romantetralogie Histoire contemporaine (Zeitgeschichte). Waren die Bände I und II (beide 1897) noch ein satirisches Sittengemälde der von klerikalen und monarchistischen Kräften beherrschten französischen Provinz, so stehen Bd. III (1899) und vor allem Bd. IV (1901), dessen Handlung um den Universitätsdozenten Bergeret in Paris spielt, unter dem Eindruck der sich ab Ende 1897 verschärfenden Dreyfus-Affäre. Sie zeigen Frances Übergang von der bloßen Gesellschaftskritik aus der Perspektive eines gemäßigt linken Republikaners zum dezidiert linken Engagement eines Sympathisanten der sozialistischen Partei und ihres Führers Jean Jaures. Sein neues Engagement manifestierte sich auch 1898 in seinen publizistischen Stell...
[SW: Büchergilde Gutenberg | Französische Literatur | Roman | Illustrierte Bücher | Anatole France | Georg Eisler]
France, Anatole: Aufruhr der Engel. Ins Deutsche übertragen von Rudolf Leonhard durchgesehene Fassung von Alexandra Auer. Mit einem Nachwort von Hans Mayer und achtunddreißig Bildern von Georg Eisler. Ausstattung von Juergen Seuss. Büchergilde Gutenberg (Lizenz des Zsolnay Verlages) Erste Auflage/ Lizenzausgabe 1983 Frankfurt am Main ISBN: 3763228497
285S. Groß 8°
Leinen Fadengehefteter, kaschierter Ganzleinenband mit Lesebändchen, farbigen Vorsätzen und illustriertem Schutzumschlag. Der Umschlag leicht angerändert, mit einem hinterlegten Randeinriss und dezent nachgedunkelt, ansonsten rundum guter, nahezu sehr guter Zustand. Unter den vielen Arbeiten Georg Eislers für die Büchergilde sicher eine der schönsten. Der "Aufruhr der Engel", Anatole Frances stärkster Roman, zeigt Stolz und Sturm der gefallenen Engel gegen den unzulänglichen Gott, der Unrecht und Leiden in seiner Welt verewigt hat. Heinrich Mann Die "Revolte des Anges", die hier als -Aufruhr der Engel- übersetzt wurde, erschien im Frühjahr 1914: wenige Monate vor Ausbruch eines Ersten Weltkriegs. Es war der letzte Roman, den Ana- tole France geschrieben hat ... Das Buch eines alten Mannes also, der viel Leid und Glück erlebt hat; ein letztes Werk, gleich- sam ein geistiges Vermächtnis; dazu ein Werk, worin die Ahnung immer wieder spürbar wird, daß man in einer Endzeit lebt, und daß ein Krieg abermals alle Heiterkeit der Seele und Freude an der Schönheit zerstören wird. Die Geschichte des jungen, leichtfertigen, natürlich gut katho- lischen Maurice d'Esparvieu, aus konservativem Hause, und seines Schutzengels Areade spielt ausdrücklich im Jahre 1914 ... Wer den Ablauf der Ereignisse seit Erscheinen der -Revolte des Auges- und dem Ausbruch eines Ersten Weltkrieges kennt, wird immer wieder erschreckt sein über die Hellsicht des Romanciers, dieses alten Mannes, eines überzeugten Aufklärers und Rationalisten, der vieles voraussah und auch schon vorausgesagt hat ... Krieg und Romantik gehören für Anatole France und seinen häretischen Erzengel Nectaire zu- sammmen: "Und was für ein erbarmungswürdiger Anblick es war, die rasende, kindische Liebe dieser Leute für Gewehre und Trommeln zu sehen! Sie verstehen nicht, daß der Krieg, der einst die Herzen unwissender und barbarischer Völker bildete und ihre Städte begründete, heute dem Sieger selbst nur Verfall und Elend bringt und zugleich ein grauenhaftes und blödes Verbrechen ist, zu einer Zeit, wo die Völker durch die Gemeinschaft von Kunst und Wissenschaft, Handel und Verkehr miteinander verbunden sind. Hirnverbrannte Europäer, die nur danach trachten, sich gegenseitig umzubringen, während doch ein und dieselbe Zivilisation sie um- schließt und verbindet!" ... Anatole France beendet seine Geschichte, die gleichzeitig im Jahre 1914 spielt und in der ganzen bisherigen Geschichte der Welt und des Menschen, mit einem Traum des Luzifer. Der muß erkennen, daß auch ein siegreicher Engel, ein Sturz des Jaldabaoth und eine Krönung des bisherigen Satans das Leid in der Welt nicht ändern dürften. Alles beginnt dann von neuem: Macht und Machtmißbrauch, Lüge und Korruption, Brand und Blutschuld. (Aus dem Nachwort von Hans Mayer) (Klappentext) Anatole France (Francois Anatole Thibault;) (* 16. April 1844 in Paris; 12. Oktober 1924 in Saint-Cyr-sur-Loire) war ein französischer Schriftsteller. 1921 erhielt er den Literaturnobelpreis. France wuchs als Sohn eines hochgebildeten Buchhändlers auf und beendete 1864 seine Gymnasialzeit am katholischen Pariser College Stanislas mit dem baccalaureat. Früh interessierte er sich für Literatur und erarbeitete sich eine profunde humanistische Bildung. 1866 lernte er den Verleger Alphonse Lemerre kennen und wurde bei ihm freiberuflicher Lektor, als der er z.B. eine mehrbändige Anthologie zeitgenössischer Lyrik herausgab. 1876 übernahm er, um für seine Heirat und Familiengründung ein festes Einkommen zu haben, einen Posten als Bibliotheksangestellter, den er 1890 aufgab, nachdem er von seiner Schriftstellerei leben konnte. Als Autor begann er mit Lyrik im Stil der Dichter des Parnasse, in deren Kreis um Charles Leconte de Lisle er sich ab 1867 bewegte. Er betätigte sich aber früh auch als Erzähler sowie als Literaturkritiker (der zum Beispiel den neuen Symbolismus etwa Mallarmes oder Verlaines zunächst nicht goutierte). Sein Durchbruch war 1881 der Roman Le Crime de Sylvestre Bonnard, membre de l'Institut (Das Verbrechen Sylvestre Bonnards, Mitglied des Instituts) der mit dem Prix de l'Academie francaise ausgezeichnet wurde, ihm Zugang zu den Pariser literarischen Salons verschaffte, u.a. dem von Mme de Caillavet, und ihm 1884 das Kreuz der Ehrenlegion eintrug. Le Crime (der Titel ist übrigens ironisch zu verstehen) ist ein rührseliger Roman der in Tagebuchform die Geschichte eines weltfremden älteren Privatgelehrten erzählt, der im zunächst eher zufälligen Einsatz für Hilfsbedürftige, insbesondere die verwaiste Enkelin seiner Jugendliebe, das wirkliche Leben findet. Gemäß seinem gutbürgerlichen Herkommen vertrat France lange Zeit eine eher konservative Einstellung, so z.B. in dem zur Zeit der Pariser Commune spielenden Roman Les desirs de Jean Servien (1882) oder 1887 in einer negativen Besprechung Emile Zolas. 1888 sympathisierte er kurze Zeit sogar mit dem Chauvinismus von Georges Boulanger, des "General revanche". Gegen 1890 rückte er jedoch langsam nach links. Er öffnete sich antiklerikalen und humanitär-sozialistischen Ideen, wobei ihn weniger eine Revolutionierung der Gesellschaft interessierte als die Emanzipation des Individuums von inhumanen materiellen und moralischen Zwängen. Nicht unbeteiligt an seinem Umdenken war vermutlich der biografische Umstand, dass er 1888 ein außereheliches Verhältnis mit Mme de Caillavet begonnen hatte, das ihn 1892 zur Trennung von Frau und Tochter führte. Ein Zeugnis seines Umdenkens war 1889/90 Frances erster historischer Roman, Thais. Er erzählt die im kosmopolitischen Alexandria des 4. Jahrhunderts spielende Geschichte eines asketischen christlichen Mönchs, der die heidnische Kurtisane Thais zu bekehren versucht, dabei aber selbst zu der Einsicht bekehrt wird, dass der Verzicht auf jegliche Sinnenfreude nicht gottgewollt sein kann (1894 von Jules Massenet als Oper Thais vertont). Frances antiklerikales und progressistisches Denken zeigt sich auch in dem sehr erfolgreichen Kurzroman La Rotisserie de la Reine Pedauque (Die Bratküche zur Königin Pedauque) von 1892/93. Es ist ein handlungsreiches Werk im Stil der philosophischen Romane und Erzählungen des 18. Jahrhunderts, das angeblich aus einem zufällig wiedergefundenen Manuskript dieser Zeit entnommen ist. Hierin berichtet ein pikaresker Ich-Erzähler seine vielfältigen Erlebnisse mit dem sehr unorthodoxen ehemaligen Kirchenmann und Gymnasialprofessor Jerome Coignard (dessen Figur eines undogmatischen Skeptikers und Freidenkers France im selben Jahr 1893 auch in der satirischen Artikelserie Les opinions de Jerome Coignard benutzte). In der Gegenwart dagegen spielt der autobiografisch inspirierte Roman Le lys rouge (Die rote Lilie) von 1894, der die Geschichte der schwierigen Liebe einer Bankiersgattin zu einem Künstler erzählt (1899 zu einem Stück verarbeitet und aufgeführt). 1895 wurde France in seiner Eigenschaft als gemäßigt progressistischer Autor zum Offizier der Ehrenlegion befördert. Am 23. Januar 1896 wurde der vielseitige Literat und glänzende Stilist als Nachfolger des verstorbenen Ferdinand de Lesseps in die Academie francaise aufgenommen (Fauteuil 38). Deutlicher Ausdruck seiner ständig weiter nach links driftenden Position ist die Romantetralogie Histoire contemporaine (Zeitgeschichte). Waren die Bände I und II (beide 1897) noch ein satirisches Sittengemälde der von klerikalen und monarchistischen Kräften beherrschten französischen Provinz, so stehen Bd. III (1899) und vor allem Bd. IV (1901), dessen Handlung um den Universitätsdozenten Bergeret in Paris spielt, unter dem Eindruck der sich ab Ende 1897 verschärfenden Dreyfus-Affäre. Sie zeigen Frances Übergang von der bloßen Gesellschaftskritik aus der Perspektive eines gemäßigt linken Republikaners zum dezidiert linken Engagement eines Sympathisanten der sozialistischen Partei und ihres Führers Jean Jaures. Sein neues Engagement manifestierte sich auch 1898 in seinen publizistischen Stellungnahmen zur Dreyfus-Affäre und in seiner...
[SW: Büchergilde Gutenberg | Französische Literatur | Roman | Illustrierte Bücher | Anatole France | Georg Eisler]
[BRUNSCHVICG.]: Texte tapuscrit avec corrections autographes de Leon BRUNSCHVICG, (1869-1944).
Premiere moitie du XXeme siecle. Document [210 x 270 millimetres] de neuf pages tapuscrites avec des corrections manuscrites en marge a l'encre noire, signe. Ce document, sans titre ni date, est un commentaire par Leon BRUNSCHVICG (1869-1944) du Jardin d'Epicure d'Anatole FRANCE (1844-1924), edite pour la premiere fois en 1895, avant d'etre revu et corrige par l'auteur dans une seconde edition publiee en 1922. Dans ce texte, Leon BRUNSCHVICG precise avoir rencontre pour la premiere fois Anatole FRANCE tres jeune, dans son cabinet situe au 5, rue Chalgrin (16e arrondissement de Paris) : "Il a parle de Vigny aux enfants que nous etions alors Gaston Arman et moi". [Il s'agit du cabinet de l'hotel de Neuilly, residence d'Anatole FRANCE et de son epouse, Valerie GUERIN de SAUVILLE, entre 1877 et 1892. Gaston ARMAN (1869-1915) n'est autre que le fils de Madame ARMAN de CAVAILLET (1855-1910), l'egerie et maitresse d'Anatole France.] Dans ce document, BRUNSCHVICG s'attache a l'un de ses concepts de predilection qui est celui du jugement, ici celui d'Anatole France dans Le Jardin d'Epicure : "Dans ce recueil (...) France mettra sa coquetterie a depouiller toute gravite philosophique alors meme qu'il aborde les problemes les plus vastes de l'univers, les plus douleureux de l'humanite. (...) Ce qu'il dissimule ainsi, par malice ou par pudeur, ce sont pourtant les assises d'une pensee ferme et nette." BRUNSCHVIG remarque le positivisme d'Anatole France et souligne sa distance par rapport aux "mouvements de la vie contemporaine", il demeure, dans le Jardin d'Epicure, tres loin du peuple et de la Pierre Blanche ou s'inscrit l'avenir." [Sur la pierre Blanche, 1905.] "Le jardin d'Epicure ne l'a pas plus retenu que le jardin de Candide n'a retenu Voltaire. BRUNSCHVICG conclut son texte par : "Un ecrivain de race comme Anatole France etait incapable de transiger sur le sens exact des mots". Ce tapuscrit peut-etre date apres 1935 car le philosophe fait reference au livre "attachant de Charles Braibant" [auteur du Boulangisme au Panama : le secret d'Anatole France publie en 1935]. Ce texte, sans les corrections, a ete presente et annote par Renzo RAGGHIANTI en 2008 : Leon Brunschvig, portrait d'Anatole France, in L'eresia della liberta. Omaggio a Paolo Cristofolini, a cura di C. Piazzesi, M. Priarolo, M. Sanna, Pisa, ETS, 2008, pp. 171-176. BON EXEMPLAIRE. 2500
[SW: LITTERATURE AUTOGRAPHES BRUNSCHVICG TAPUSCRIT CORRECTIONS AUTOGRAPHES LEON BRUNSCHVICG 1869 1944 00240804 LIT31 MARIN]



